Kleine Ursache, große Gesundheitsschäden

Die möglichen Erkrankungen durch Schimmelpilze beim Menschen lassen sich drei Bereichen zuordnen: Mykosen, mykogenen Allergien und Mykotoxikosen.

Mykosen sind direkte Infektionen des Körpers oder einzelner Organe. Sie sind zu 90% auf die weit verbreiteten Aspergillus-Arten zurückzuführen. Einige davon besiedeln Atemwege und Lunge und bilden dort klumpenförmige Mycelansammlungen von bis zu 5 cm Durchmesser, die letale Folgen haben können. Häufiger ist allerdings der Befall anderer Organe, wie Innenohr und äußerer Gehörgang, Arterien, Augenhornhaut, Rückenmark und Nasennebenhöhlen. Betroffen von diesen meist sehr dratischen Krankheitsverläufen sind aber in der Regel nur stark immungeschwächte Menschen wie Krebs- oder HIV-Patienten.

Mykogene Allergien sind allergische Reaktionen und die meist auftretende Folge von Pilzbefall. Rund sechs Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen. Die Allergene fliegen angeheftet an Staubpartikel in der Luft oder werden über die luftgängigen Sporen/Konidien der Schimmelpilze eingeatmet. Allergische Reaktionen treten vor allem an den Schleimhäuten von Augen und Atemwegen auf. Typische Symptome sind Fließschnupfen (entsprechend einem Heuschnupfen), Niesattacken, Augentränen und Juckreiz, aber auch asthmatische Beschwerden sind nicht selten. Ungefähr 10 Prozent der allergischen Asthmatiker sind gegen Schimmelpilz sensibilisiert. Diese Allergien können auf einer genetisch determinierten Prädisposition basieren; sie können aber auch eine erworbene Empfindlichkeitsstörung infolge einer hohen Konzentration von Schimmelpilzsporen sein.

Mykotoxikosen: Den Stoffwechselprodukten von Schimmelpilzen kommt in der Biotechnologie eine herausragende Bedeutung zu, denn sie haben für den Menschen auch viele gute Seiten; z.B. bilden die Penicillium-Arten das Antibiotikum Penicillin; andere tragen zur Aromabildung beim Geschmack von Blauschimmelkäse bei. Allerdings gibt es auch unter den Schimmelpilzen eine Reihe potenter Giftproduzenten.

Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) kommen bevorzugt auf Lebensmitteln und in Stäuben vor. Die Schädigungen reichen von Leberzellkarzinomen über erhöhtes Auftreten von lyphatischer Leukämie bis zu Ödemen und Nierenleiden. Die Vergiftung durch luftgetragene, hauptsächlich an Sporen gebundenen Mykotoxine ist wissenschaftlich bisher nur an einzelnen Fallberichten belegt. Weitere Forschungsaktivitäten sind daher notwendig, um in Innenräumen mit Pilzbefall das Ausmaß einer Gesundheitsgefährdung darzustellen. Dazu müssen auch die Grenzwerte der Belastung berücksichtigt werden.

Grenzwerte
Als Maß für die Schimmelpilzbelastung von Innenräumen gilt der Pilzsporengehalt der Raumluft, auch bei allergischen Erkrankungen relevanter Bezugspunkt für die krankheitsauslösende Größe. Als unbelastet gilt ein Gehalt von weniger als 50 koloniebildenden Einheiten pro Kubikmeter Luft. Keimzahlen von 50 bis 200 KBE pro Kubikmeter gelten als schwach, von 200 bis 1000 KBE pro Kubikmeter als stark, und mehr als 1000 KBE pro Kubikmeter als extrem stark belastet. Zum Vergleich müssen die Werte der Außenluft herangezogen werden. Liegt ihr Sporengehalt mehr als 100 KBE unter der Innenraumluft, können gesundheitliche Belastungen entstehen.

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