Mit Nanotechnologie gegen Sporen und Keime aus Pflanztöpfen
Sehr häufig stellen Begrünungen eine Quelle für Sporen- und Keimbelastung in
Innenräumen dar. Dabei sind vor allem die Substrate aufgrund ihrer Zusammensetzung
geradezu Nährboden für Pilzentwicklung, da die Substrate ideale Wachstumsbedingungen
liefern. Nährstoff und Wasserangebot sind unbegrenzt verfügbar, zudem bieten normale
Raumtemperaturen exzellente Voraussetzungen. Lange blieb diese Problematik unbeachtet,
doch mit dem Einsatz modernster Decksubstrate ist es nun möglich die Entstehung und
Freisetzung von Allergenen aus den Pflanzsubstraten signifikant zu verringern.
Konventionelle Hydrokulturen und Pflanzanlagen
Der Aufbau der bisherigen Hydrokulturen und Pflanzanlagen ist dadurch charakterisiert dass die
Bepflanzung im Wurzelbereich in einem Topf in das Substrat (Erde, Blähton, Lava, etc.) eingebracht
ist. Die Grenze zur Umgebungsluft ist die
Substratoberfläche.
Im Wurzelbereich findet die
Stoffwechselaktivität mit der natürlichen
symbiotischen Aktivität der beteiligten
Mikroorganismen statt. Das heißt, im Pflanztopf
laufen die unterschiedlichsten biologischen
Prozesse zur Nahrungsaufnahme der Pflanze ab,
an der v.A. Bakterien, Pilze und Keime beteiligt
sind.
Besonders an der Substratoberfläche können
diese Organismen in die Raumluft übergehen.
Durch bestimmte begünstigende Faktoren kann es
zu Sporen-Emissionen kommen.
Durch den Bewässerungsvorgang und der damit
verbundenen Verdrängung der Porenraumluft
können Mikroorganismen in die Luft gelangen.
Wirkungsweise der Oberflächenaktiven Granulate
Die neu entwickelten Granulate sind darauf
ausgerichtet, die Entstehung von Allergenen im
Oberflächennahen Bereich der Substrate zu
unterdrücken und am Übergang in die
Umgebungsluft zu hindern. Und zwar dadurch, dass
auf das Pflanzsubstrat eine Sperrschicht (Barriere)
aufgebracht ist, die sowohl in der Lage ist den
Allergenerzeugern die Lebensgrundlage zu
entziehen, als auch Allergene an seiner Oberfläche
zu binden. Die Luftdurchlässigkeit bleibt dennoch
erhalten.
Dabei sind die Materialien so gewählt, dass sie
weder toxisch noch selbst Allergie auslösend, aber
dennoch hochwirksam sind.
Die Granulate können je nach Konditionierung
bedarfsgerecht gefertigt werden. Das heißt, die
Materialien lassen sich gezielt auf den
Verwendungszweck, der Pilz und Sporenprotektion
oder der Schädlingsabwehr einstellen. Eine Kombinierte Anwendung verschiedener Materialien bietet
einen Breitbandschutz vor Allergenemissionen aus Pflanzsubstraten. Es sind zwei Grundmaterialien
verfügbar, die im Folgenden näher beschrieben sind:
Fungiflor-Granulate (Handelsbezeichnung)
Die sog. Sporenbarriere besteht aus einem mineralischen Granulat das die Eigenschaft besitzt die
Schimmelentwicklung im Pflanztopf zu unterdrücken. Im Wesentlichen wirkt dieses Material als
Kupfer- Ionenquelle, ohne dabei lösliche Kupferverbindungen zu lösen (Kupferdach-Effekt).
Die Fungiflor-Schicht hat noch eine weitere Funktion, sie verhindert das Einwachsen von
Wurzelrhizomen in die Barrierematerialien. Dabei liegt das gleiche Prinzip zu Grunde, das auch bei
Dachbegrünungen mittels aufgebrachter Kupferplatte genutzt wird um den Wurzeldruck in das
Bauwerk zu vermeiden.
Milbiflor-Granulate (Handelsbezeichnung)
Die Deckmaterialien (Polymermineralien) besitzen die Eigenschaft, dass sie antimikrobiell, schmutzund
wasserabweisend wirken. Die hier verwendeten Polymermineralien sind im speziellen als
Polycarbosiloxanmineralstoffe (PCSM) bezeichnet. Diese Materialien weisen keinerlei Porenraum auf,
die Oberfläche ist vollständig mit apolaren Polymeren beschichtet.
Dabei wird aber dennoch der optische Charakter
der Natursteinmaterialien erhalten. Das heißt: der
Clou des Produktes ist, dass die Mineralgranulate
ihre natürliche Optik beibehalten, aber die
Eigenschaften von Kunststoffen besitzen.
Die Beschichtung der Materialien hat aber noch
eine weitere entscheidende Funktion: In die
Beschichtung werden die Aktiven Substanzen die
die Eigenschaft besitzen Schädlinge und Milben
abzuwehren eingebracht. Dass heißt, praktisch die
gesamte Oberfläche dieser Granulate ist nach
außen mit Abwehrstoffen gegen Mikroben und
Schädlingen besetzt und ist im günstigsten Fall für
diese unüberwindbar.
Die Beschichtung verhält sich gegenüber
Gieswasser passiv. Das Wasser perlt in der
gleichen Weise von der Oberfläche ab wie auf einer
Teflonoberfläche (Lotuseffekt). Düngemittelgaben beeinflussen die Eigenschaften nicht.
Der beschriebene Lotuseffekt hat aber noch eine andere hervorragende Wirkung: Das Wasser rinnt an
den Granulatpartikeln fast rückstandslos ab, so dass die sich bei Hydrokulturen bildenden weißen
Ausblühungen und Kalkablagerungen gar nicht erst entstehen. Dass heißt, die Optik des Materials
bleibt immer sauber und gleichmäßig.
Die Materialien sind unbedenklich, und bieten den Vorteil, dass im Fall von Verschlucken bei
Kleinkindern oder Haustieren keine Gesundheitlichen Risiken zu befürchten sind. Im Gegensatz dazu
ist aufgrund der mikrobiologischen Bedenklichkeit das Gesundheitsrisiko von Blähton oder Pflanzerde
weitaus größer.
Mit Nanotechnologie gegen Sporen und Keime
Um den Oberflächen eine
möglichst hohe Performance zu
verleihen wurden die
Beschichtungsmaterialien mit
funktionalen Nanopartikeln
ausgestattet.
Die Nano-Additive
richten sich durch Autoorganisation
an der
Granulatoberfläche aus und
bieten so maximalen Schutz vor
der Entwicklung von Sporen
und Keime.
Gleichzeitig
mindern die Nano-Additive aktiv
die Algenbildung auf den
Deckmaterialien.
Dadurch wird
nochmals die lange
Momentaufnahme: Lotuseffekt der Polymermineralien,
Wassertropfen perlen schnell durch die
apolare Struktur und bilden kaum Rückstände.
Beständigkeit der optischen Erscheinung des Deckmaterials erreicht. Die spektroskopische
Betrachtung der Beschichtungsmaterialien bei verschiedenen Wellenlängen gibt Aufschluss über die
Verteilung und Konzentration der Nano-Additive und der natürlichen Wirksubstanzen. Darüber hinaus
wirkt die Matrix der Beschichtung als starker Adsorbend und bindet Mikroorganismen an der
Oberfläche, ähnlich des Prinzips der Fliegenklebestreifen, nur eben im Mikromaßstab.
Zusammenfassung
Es wurden der Aufbau und die Wirkungsweise der Allergenmindernden Hydrokultur- und
Pflanzanlagen beschrieben. Dabei wurde auch der Stand der herkömmlichen Pflanzanlagentechnik
dokumentiert und eine Risikobetrachtung beschrieben. Aus der Neuentwicklung der Deckmaterialien
ergeben sich eine neuartige Möglichkeit, die Freisetzung von Sopren und Keimen aus
Pflanzsubstraten zu mindern.
Eigenschaften und Merkmale:
- Gesundheitsschutz
- Pflanzenschutz
- Exzellente Optik
- Einfache Wartung
- Dauerhafte Wirkung
- Wasser- und Schmutz abweisend
- Ungiftig
- Unbedenkliche Entsorgung
- Umweltverträglich
- Preiswert
Der Einsatz der so konfigurierten
Pflanzanlagen ist besonders geeignet für
Bereiche in denen alle technische
Maßnahmen zur Verringerung von
Mikroben und Allergenen in der Luft
gefordert, oder von Nutzen sind:
- Krankenhäuser
- Therapiestätten
- Büroarbeitsplätze (Arbeitsschutz)
Die Deckgranulate können mit der Anwendung zur Minderung des sog. "Sick Building Syndromes“
beitragen.
Aufgrund der gestalterischen Variation (es werden künftig 6 verschiedenfarbige Natursteingranulate in
verschiedenen Körungen angeboten) sind diese Pflanzanlagen in aufwendige Innenarchitekturen
einbeziehbar.
- Repräsentativ
- Dekorativ
- Individuell
Die Granulate verbinden auf einzigartige Weise hervorragende Funktion und exzellente Optik.
Sowohl die Herstellung als auch die Entsorgung der eingesetzten Materialien ist umweltschonend, da
wenig Energie und überwiegend Naturstoffe eingesetzt werden. Die Wirksamkeit der eingesetzten
Substanzen sind nachgewiesen und literarisch dokumentiert. Aus diesem Grund sind auch die
Herstellungs- und Anschaffungskosten dieser Pflanzanlagen noch in der Größenordnung
herkömmlicher Hydrokulturanlagen anzusetzen.
Autor: Uwe Michael Schlitt, OLDUS Ltd. Deutschland
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