Schleichendes Gift für die Gesundheit
Normalerweise toleriert der menschliche Organismus Schimmelpilze und Bakterien ohne auffallende Reaktionen. Wenn aber das Pilzvorkommen so unnormal steigt, wie das in den meisten befallenen Gebäuden der Fall ist, lassen sich vermehrt Wirkungen wie Infektionen, Vergiftungen und allergische Sensiblisierungen feststellen. Die genauen Zusammenhänge und Wirkungsmechanismen sind noch nicht geklärt, obwohl die allergene Wirkung von Schimmelpilzen seit Jahrzehnten erforscht wird.
Die Sporen der Schimmelpilze gehören zu den wichtigsten Innenraumallergenen. Sie binden sich an Feinstäube, die durch die Luft schweben. So gelangen sie über die Atemwege in den menschlichen Organismus. Bis zu 60% der genetisch disponierten Menschen entwickeln eine Allergie dagegen. Die Gesundheitsgefahr durch inhalativ aufgenommene Mykotoxine, also eingeatmete Schimmelgifte, ist früh erkannt worden (schon im 18. Jahrhundert), aber erst in den letzten Jahren wurde ihr die gebührende Bedeutung beigemessen.
Ein Katalysator für Allergien
Besonders schwierig nachzuweisen ist der Zusammenhang zwischen Pilzbefall und Erkrankung, weil einerseits Feuchte- bzw. Schimmelschäden häufig lange unerkannt bleiben, andererseits auch die Symptome bei Kontakt mit Allergenen stark zeitverzögert und erst einmal recht harmlos auftreten. In einigen neueren wissenschaftlichen Untersuchungen konnte aber nachgewiesen werden, dass längerer Schimmelpilzkontakt das Krankheitsrisiko stark erhöht. Als typische, nachgewiesene Folgen sind zu nennen:
- Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege,
- Reizerscheinungen in den Augen und auf der Haut,
- erhöhte Infektanfälligkeit,
- chronische Erschöpfungszustände (chronic fatique syndrome),
- Allergien (allergischer Schnupfen).
Bisher nicht hinreichend erforscht ist der definitive Zusammenhang mit einer krebserzeugenden bzw. - fördernden Wirkung. Des weiteren fehlen noch Untersuchungen darüber, wie sich das Auftreten mehrerer Schimmelpilzarten in einem Raum auswirken.
Gute Besserung - nach der Sanierung
Der enge Zusammenhang zwischen Schimmel und Krankheit, wie ihn amerikanische Forscher in vielen Fallstudien beschrieben haben, beweist sich auch hierzulande. Zum Beispiel auf dem Eupener Symposium "Der Mensch zwischen Gesundheit und Umwelt". Hier zeigte die Untersuchung von 588 Wohnungen, dass eine ganz oder teilweise durchgeführte Sanierung bei 23% der Fälle zum Verschwinden der Beschwerden führte. Bei teilweiser Sanierung trat bei 12 % immerhin eine Besserung ein. Nach der kompletten Sanierung erhöhte sich die Besserungsrate um beachtliche 31%. Bis dahin hatten viele Patienten bereits einen langen Leidensweg hinter sich. Im Durchschnitt waren die später beschwerdefreien Patienten bis zum Zeitpunkt der Wohnraumuntersuchung seit mehr als drei Jahren bei Ärzten verschiedenster Fachrichtungen in Behandlung. Diese in Deutschland festgestellten Ergebnisse decken sich weitestgehend mit denen internationaler Forschungsinstitute.
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