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| Thema: Bei Kälte Tauwasser am Fenster trotz angeblich niedriger Luftfeuchte |
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09.03.2010, 10:45 | Bei Kälte Tauwasser am Fenster trotz angeblich niedriger Luftfeuchte | Zitieren | Nach oben |
| Carrie Unregistriert
| Hallo
unser Problem ist wohl nix neues, wie ich dem Forum hier entnehme, hat aber ein Kuriosum.
Wir wohnen in einem 60er-jahre Bau, natürlich ungedämmt aber dafür mit knalledichten Kunststoffenstern. WAs das bedeutet kann sich jeder denken: Schwitzwasser ohne ende bei Temperaturen ab 0 ° und weniger. Je kälter desto schlimmer.
Wir haben unseren Vermieter darauf hingewiesen - die altbekannte leier: zu wenig heizen, zu wenig lüften. Gut, anfangs mag das gestimmt haben, da wir gerne kälter schlafen, hatten wir im Schlafzimmer ca. 16 bis 17 Grad, in der Küche habe ich bis dato NIE geheizt, und mich mit mullen und knullen damit abgefunden, dass icch es in dieser Wohnung anscheinend tun muss - zumindest wenn es so kalt ist wie in den letzten wochen.
Aber: das Kondeswasser ist davon überhaupt nicht beeindruckt. Wir lüften zwei bis dreimal täglich (alle fenster voll auf, je nach außentemperatur für ca. 5 bis 10 minuten), danach die Heizung wieder an. Am Wochenende gern auch mal dreimal täglich. Es bringt genau nix.
Temperatur Schlafzimmer: derzeit zwischen 18 und 20 Grad (ächz)
Temperatur Küche: derzeit ca. 18 Grad
Temperatur WoZi: derzeit ca. 21 Grad
Flur/Bad: ca. 21 Grad
Arbeitszimmer ca. 19 Grad (kaum genutzt)
Schimmel hatten wir natürlich auch schon - nach ganzen 3 Monaten in der neuen Wohnung, wobei nicht sicher ist, ob wir den nicht vielleicht unwissentlich vom Vormieter übernommen haben. Die hatten es recht eilig aus der Bude rauszukommen. Im Schlaf- und Arbeitszimmer in der Ecke (Außenwand) sowie in der Küche hinter der Waschmaschine (außenwand) Diesen haben wir mit Chlorbleiche und Fungizidfarbe entfernt, bis jetzt ist noch nichts nachgekommen.
Ich habe mir von einer Kollegin einen elektrischen Luftentfeuchter geborgt. Dieser zeigt mir jedoch konsequent eine Luftfeuchte von unter 60% an. Der Entfeuchter hat drei Kontrollampen, Low bedeutet 60% und weniger Feuchte, Medium 60% und mehr, High 70% und mehr. Selbst morgens nach dem Aufstehen im Schlafzimmer zeigt er mir "Low" an - ich merke auch selber, dass ich eine sehr trockene Nase und einen kratzigen Hals nach dem Aufstehen habe. Anzeichen trockener Luft oder nicht?
Das Gerät funktioniert - wir haben es nach dem Duschen im Badezimmer getestet, da schnellte die Anzeige auf "High" hoch.
Woran also liegt es, dass trotz angezeigter niedriger Luftfeuchte nachts die Fenster Kondenswasser bilden? Teilweise ist der Streifen 15 bis 20 cm hoch. In der Küche ist es genausoschlimm, obwohl da ja keiner schläft - im Bade- Wohn- und Arbeitszimmer ist morgens ein STreifen von ca. 5 cm Höhe
Ein Hygrometer hatten wir auch schonmal angeschafft, aber vermutlich hat das nix getaugt - das hat permanent eine Luftfeuchte von 80% angezeigt, nach dem Lüften grad mal 60 % die innerhalb von einer halben stunde sofort wieder auf 80% stieg - ich habe dann versucht, es zu eichen (in feuchtes Tuch eingewickelt, bzw. dann raus auf den Balkon gestellt bei ca 5 Grad außentemperatur) nach einer Stunde auf dem Balkon sagte es mir, draußen hätte es 70 % Luftfeuchte
Ich bin schier am verzweifeln - ich bin zu allem Übermaß auch noch schwanger, und wir haben so einen blöden 2 Jahresmietvertrag der uns noch für 1,5 Jahre an die Wohnung bindet - es sei denn wir finden einen Nachmieter der dem Vermieter genehm ist. Jetzt wieder umzuzuziehen sprengt auch langsam unser budget.
Kann mir jemand hier helfen - ich will doch nur die 1,5 Jahre in der Wohnung einigermaßen rumkriegen, ohne dass mir die Bude überm kopf verschimmelt
Danke schonmal im Voraus | | Beiträge: n/a | eMail | | | 09.03.2010, 16:56 | Re: Bei Kälte Tauwasser am Fenster trotz angeblich niedriger Luftfeuchte | Zitieren | Nach oben |
| Baubiologie-Steinki Besucher
Wohnort: Herrenberg Registriert: Feb 2010 | Guten Tag Carrie,
wie immer: auch Ihr besondere Fall kann nur vor Ort beurteilt werden. Das sollte jemand mit Sachverstand machen (Baubiologe, TÜV-zertifizierter Schimmelpilzsachverständiger).
Im Allgemeinen kann man sagen:
Gebäude werden immer nach dem Stand der Technik errichtet. Der von 1960 ist zwar heute nicht mehr aktuell, aber dennoch wird das Gebäude danach beurteilt. Das Hauptproblem ist die energetische Teilsanierung. Fenster neu, aber Wände nicht gedämmt.
Solche Gebäude sind nur mit sehr großer Disziplin schimmelfrei zu halten.
- ausreichend heizen und lüften (20°C, max 50% rel. Luftfeuchte)
- keine Möbel vor den Außenwänden
- aller Wasserdampf immer nach außen leiten (Küche, Dusche, Bad)
Bei so strengen Wintern wie jetzt wird das allerdings schwierig. Die Lösung für das Ganze ist einfach die energetische Ertüchtigung des Gebäudes - und das ist am besten mit der Außendämmung zu schaffen.
Kondenswasser an Fenstern ist immer eine Komination aus Feuchtigkeit in der Raumluft und kalter Oberfläche (in dem Fall das Fenster).
Schauen Sie auch mal in die Raumecken der Außenwände in den kalten Räumen.
Sprechen Sie nochmal Ihren Vermieter an. Und wenn Sie sich nicht einig werden, dann hilft vielleicht doch die Argumentation eines Sachverständigen.
Noch zu Ihrem Hygrometer:
Der misst die relative Luftfeuchte. Bei 20°C kann die Luft maximal 17,3 g Wasser /m³ Luft (absolute Luftfeuchte) aufnehmen. Das sind dann 100%. Bei 20°C und 50% rel. Luftfeuchte sind also absolut gesehen 8,65 g/m³ Wasser in der Luft.
Wenn Sie Ihr Hygrometer in ein nasses Tuch einwickeln sollte es normalerweise 100% anzeigen. Wenn Sie es nach draußen nehmen und es ziegt 80% bei 0°C an, dann wären das absolut 3,87 g/m³. Die gleiche absolute Feuchtigkeit im Raum bei 20°C ergibt eine relative Luftfeuchte von 22%.
Freundliche Grüße aus dem Schwabenland
Baubiologische Beratungsstelle IBN - Alfred Steinki
Sachverständiger für Schimmelpilze in Innenräumen (TÜV)
Tel. 07032-921773 www.baubiologie-steinki.de | | Beiträge: 154 | Profil | eMail | Homepage | Dabei seit: 828 Tagen | | | 10.03.2010, 09:05 | Re: Bei Kälte Tauwasser am Fenster trotz angeblich niedriger Luftfeuchte | Zitieren | Nach oben |
| Carrie Unregistriert
| Hallo Herr Steinki
vielen Dank für IHre Antwort
Dass das Haus gedämmt wird, - zumindest in nächster Zeit - ist sehr unwahrscheinlich, da das Haus niccht einem Eigentümer allein gehört, sondern gleich derer 4. Es ist noch nichteinmal möglich, dass sich die Eigentümer zeitnah darauf einigen, dass die Balkone neu gestrichen werden, daher sehe ich eine so grundlegende Sanierung in nächster Zeit absolut nicht anstehen.
Leider ist mein Verwalter alles andere als zuverlässig - seit Januar habe ich ihn immer und immer wieder aufgefordert, jemanden zu schicken, der den Schimmel fachgerecht (!) beseitigt - letzte Woche kam dann ein Maler und hat die Flecken nur übermalt - zwar mit Fungizidfarbe, aber dass das keine Lösung ist, weiß ich selber. Mehr ist aber absolut nicht zu machen, ich beiße da wirklich auf granit.
Selbst Drohungen mit Mietminderung und Fristsetzungen bewirken nichts reelles. Ich richte mich momentan darauf ein, die 1,5 Jahre, die ich in der Wohnung bleiben MUSS, einigermaßen über die Runden zu bekommen.
Frage: ist es realistisch, den Schimmel in Schach zu halten, wenn:
- zwei bis dreimal am Tag stoßgelüftet wird
- bei den schonmal von Schimmel befallenen Stellen der Putz abgeklopft und regelmäßig mit Fungizid behandelt wird (auch wenn nichts zu sehen ist)
- die Räume auf durchschnittlich 20 Grad beheizt werden (Winters) und Wasserdämpfe sofort nach Auftreten nach außen geleitet werden? | | Beiträge: n/a | eMail | | | 10.03.2010, 17:25 | Re: Bei Kälte Tauwasser am Fenster trotz angeblich niedriger Luftfeuchte | Zitieren | Nach oben |
| bikasso-SV Besucher
Wohnort: Burgthann Registriert: Feb 2010 | | Zitat von : |
Frage: ist es realistisch, den Schimmel in Schach zu halten, wenn:
- zwei bis dreimal am Tag stoßgelüftet wird
- bei den schonmal von Schimmel befallenen Stellen der Putz abgeklopft und regelmäßig mit Fungizid behandelt wird (auch wenn nichts zu sehen ist)
- die Räume auf durchschnittlich 20 Grad beheizt werden (Winters) und Wasserdämpfe sofort nach Auftreten nach außen geleitet werden?
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Hall Carrie,
um das zu beurteilen, müsste man den Bauteilaufbau kennen.
Grundsätzlich bestehen gute Chancen,wenn man mit Hygrometer arbeitet und die rel. LF. konsequent unter 50% hält, den Schimmel auf diese Weise einigermaßen in Schach zu halten, verbindlich ist das als Ferndiagnose natürlich nicht.
Regelmäßige Behandlungen mit Fungiziden sind übrigens genauso wenig gesundheitsförderlich wie chlorhaltige Mittel. Lieber mit 70%igen Alkohol abwischen. Das ist aber auch kein probates Mittel um 1,5 Jahre zu überstehen.
Ich würde einen RA fragen, ob bei diesen Fällen nicht eine Annullierung des Mietvertrages möglich wäre.
Gruß Werner
Gruß aus Nürnberg - Burgthann
------------>>> Werbefreie Zone <<<---------------- | | Beiträge: 87 | Profil | eMail | Homepage | Dabei seit: 832 Tagen | | | 11.03.2010, 14:23 | Re: Bei Kälte Tauwasser am Fenster trotz angeblich niedriger Luftfeuchte | Zitieren | Nach oben |
| Carrie Unregistriert
| Eine letzte Frage:
wenn ich einen teil der Gummidichtung zwischen Fensterrahmen und Fensterpfalz entferne, könnte dies helfen, das Anlaufen der Fenster zu verhindern? Oder verlagere ich damit das Problem, indem die Feuchtigkeit dann an den Wänden kondensiert?
ich denke mir: wenn ich die fenster wieder undicht mache - so wie alte Holzfenster zum beispiel, sollte doch ein regelmäßiger Luftaustausch gewährleistet sein.
Den Faktor mit der Energieverschwendung habe ich dabei natürlich bedacht, aber momentan verhält es sich so, dass wir eh schon heizen müssen wie die weltmeister,damit die ungedämmten Wände nicht total eiskalt werden im Winter. Also einen großartigen Spareffekt haben die knalledichten Fenster bei uns ohnehin nicht - sie haben nur den Nebeneffekt, dass sie die Feuchtigkeit im Raum einsperren... | | Beiträge: n/a | eMail | | | 11.03.2010, 15:23 | Re: Bei Kälte Tauwasser am Fenster trotz angeblich niedriger Luftfeuchte | Zitieren | Nach oben |
| bikasso-SV Besucher
Wohnort: Burgthann Registriert: Feb 2010 | Ja!
Auch wenn es in punkto Energieeinsparung noch so paradox ist, um die rel. LF niedriger zu halten (wie eben ältere, undichte Fenster) ist es durchaus nutzbringend. Und es wird öfter so gemacht, wie man glaubt.
Gruß Werner
PS: Das Problem wird dadurch nicht zwingend verlagert. Es kann theoretisch sein, dass angrenzente Bauteile wie Fensterlaibungen dadurch stärker auskühlen und sich Kondensat absetzen könnte, aber i.d R. ist die Reduzierung der rel. LF. effizienter als ein mögliches Problem an den Laibungen.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zuletzt von bikasso-SV am 11.03.2010, 16:20 Uhr
Gruß aus Nürnberg - Burgthann
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| Carrie Unregistriert
| Super - vielen Dank.
Das werde ich jetzt so machen. Da mich die Verwaltung im Regen bzw. Tauwasser stehen lässt und alles und jeder am Kondenswasser schuld ist, bloß nicht das Gebäude an sich, weiß ich sonst keinen anderen Rat.
Muss das Gummi an einer speziellen Stelle entfernt werden oder komplett ringsherum? Das Fenster hat zwei Gummidichtungen - eine am Fensterrahmen und eine am Fensterflügel selbst - welche Dichtung soll ich entfernen - die innere oder die äußere? | | Beiträge: n/a | eMail | | | 12.03.2010, 08:47 | Re: Bei Kälte Tauwasser am Fenster trotz angeblich niedriger Luftfeuchte | Zitieren | Nach oben |
| bikasso-SV Besucher
Wohnort: Burgthann Registriert: Feb 2010 | Beide - aber nur oben.
Gruß aus Nürnberg - Burgthann
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