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Schimmelpilz Forum - Heizlüfter zum Vermeiden von Kondensationsfeuchte

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Thema: Heizlüfter zum Vermeiden von Kondensationsfeuchte Seiten (1): [1]
13.05.2010, 11:48
Heizlüfter zum Vermeiden von KondensationsfeuchteZitieren | Nach oben
Carrie
Unregistriert

Ich wohne in einem ungedämmten Mietshaus, welches auch in absehbarer Zeit nicht gedämmt werden wird (miteigentümer stellen sich quer)

Folglich haben wir besonders in der kalten Jahreszeit ein massives Problem damit, dass die Außenwände total auskühlen und verbunden mit der erhöhten Luftfeuchte die Gefahr besteht, dass Feuchtigkeit auf den Wänden kondensiert. In der Küche hatte die Wand einmal eine Temepratur von ca. 4 Grad bei einer Außentemperatur von -8 Grad! Auf den Oberschränken stand ein Luftenfeuchter mit Granulat - das Wasser darin war gefroren!

Von Nachbarn wissen wir, dass wohl der Putz an einer außenwand bröckelig sein soll, und dort regenwasser eindringt - wäre zumindest eine Erklärung. Wir hatten diesen Winter schon in ecken an der Außenwand schimmelbefall

Da hinsichtlich Modernisierung nichts zu wollen ist und ein umzug derzeit nicht in Frage kommt, hier meine Idee:

Ist es möglich, mittels eines Heizlüfters

1) den Feuchtegehalt in der Luft zu reduzieren?
2) ein totales auskühlen der Wände zumindest zu reduzieren?

Mit den vorhandenen Heizkörpern scheint dies ja nicht zu klappen, sonst wären in den außenecken keine schimmelpilze entstanden

Wenn man winters nun tagsüber die heizkörper auf niedriger stufe laufen lässt, und abends dann zusätzlich nach dem Lüften nochmal den Heizlüfter zusätzlich eine halbe stunde laufen lässt, müsste doch 1. die Raumtemperatur schneller steigen und 2) die luftfeuchte zusätzlich zum Lüften nochmal reduziert werden, oder?

Wir lüften regelmäßig, aber besonders im letzten winter war es schon sehr nervig, bei teilweise -10 grad außentemperatur 3 bis 4mal am Tag die Fenster komplett aufzureißen. Habe mir dabei ein paarmal üble Erkältungen geholt. Außerdem ist die Feuchte dann grad mal für ein paar stunden im grünen bereich, nach spätestens 4 Stunden musste schon wieder gelüftet werden. Das kanns doch nicht sein??
Beiträge: n/aeMail
 
18.05.2010, 12:02
Re: Heizlüfter zum Vermeiden von KondensationsfeuchteZitieren | Nach oben
heimfried
Unregistriert

Durch den Einsatz eines Heizlüfters (ohne begleitende Maßnahmen) können Sie den Feuchtegehalt der Luft nicht reduzieren. Im Gegenteil, er wird sich etwas erhöhen, weil durch die Erwärmung der Luft Feuchtigkeit aus Wänden (Tapeten), Möbeln, Gardinen usw verdampft und auch in die Raumluft übergeht.

Wenn Sie dann aber über eine Stoßlüftung einen kompletten Luftaustausch herbeiführen, haben Sie (kalte Außentemperaturen vorausgesetzt) eine erhebliche Menge Wasserdampf hinausgelüftet!

Dass die Luft danach bald wieder feucht ist, liegt daran, dass z. B. feuchte Wände ein ergiebiges Reservoir an Wasser haben und dieses wiederum in den Raum verdampft.

Aber: 1. wird mit jedem erfolgreichen Lüften das Wasser in den Wänden weniger, 2. steigt die Wärmedämmwirkung der Außenwände, wenn diese trockener werden.

Allerdings halte ich einen Heizlüfter für eine Notlösung. Die Kosten für eine Kilowattstunde Heizleistung liegen wesentlich höher, als bei der Benutzung der Zentralheizung.

Das Zurückdrehen der Heizkörperventile bei Abwesenheit ist in der Regel nicht empfehlenswert, besonders nicht bei Feuchteproblemen.
Beiträge: n/aeMail
 
22.05.2010, 01:57
Re: Heizlüfter zum Vermeiden von KondensationsfeuchteZitieren | Nach oben
schimmel-ade
Unregistriert

Hallo Carrie,

ich mache es zunächst einmal kurz, in der Hoffenung, von Dir noch wietere Informationen zu erhalten. Ich werde ausführlicher Antworten, wenn du dich hier noch einmal meldest.
Warum ich so vorgehe? Ich will einfach nicht mit Karteileichen, die sich nur einmal kurz melden kommunizieren.

Der Einsatz eines Heizlüfters bei kalten Außenwänden ist so ziemlich das schlechteste, was man tun kann! Warum?

Ein Heizlüfter erwärmt nur die Innenluft. Dadurch kann sie kurzfristig noch mehr Luftfeuchtigkeit binden.
Die Außenwände werden durch diesen kurzzeitigen Wärmeschub nicht wesentlich erwärmt, beleiben also kalt. Die jetzt erwärmte und mit noch mehr Feuchtigkeit vollgezogene Innenluft schlägt sicht umso mehr an den kalten Außenwänden in Form von Wassertröpfchen nieder.

Die Folge von einem Heizlüftereinsatz: Noch mehr Schimmel an den Außenwänden.

Du musst schon die Außenwände direkt erwärmen, um einen Effekt der Schimmelvermeidung zu erzielen. Kurzfristig kann dies durch den Einsatz von Wärmewellengeräten, die direkt auf die betroffenen Wände gerichtet sind, erfolgen.

Längerfristig hilft nur eine Dämmung der Wände, oder, wenn das nicht möglich ist, die Installation von Heizleisten entlang der Außenwände (z.b. radia-therm).

Alles andere verschlimmert die Situation noch weiter!

Viele Grüße
schimmel-ade
Beiträge: n/aeMail
 
31.05.2010, 20:41
Re: Heizlüfter zum Vermeiden von KondensationsfeuchteZitieren | Nach oben
aerocamera ist Offline aerocamera
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Eine Oberflächentemperatur von +4°C bei einer Außenlufttemperatur von -8°C zeigt, dass die Dämmung der Außenwand schlecht ist. Zur Vermeidung von Schimmelpilz sollte die relative Luftfeuchtigkeit der Raumluft 30% nicht überschreiten. Dieser Wert entspricht bei Weitem nicht dem empfohlenen Raumklima von 19°C bis 22°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 40% bis 60%.

Eine niedrige Luftfeuchtigkeit von unter 30% ist nur durch übermäßiges Lüften und sehr hohen Heizkosten erreichbar.

Der richtige Weg ist die Anbringung einer zusätzlichen Dämmung entweder außen oder auf der Innenseite der Außenwände (zumindest an den Außenwandecken). Der zeitweise Einsatz von Heizlüftern bringt nichts und kostet viel.

Schimmelpilz tritt an Altbauten häufig nach dem Einbau neuer, dichter Fenster auf. Wurden die Fenster in den vergangenen Jahren ausgetauscht und die Wärmedämmung nicht verbessert, dann ist dies u.U. ein Baumangel, den der Vermiter zu vertreten hat. Bei Schimmelpilzbefall kann die Beseitigung durch den Vermieter verlangt werden, ggfs. auch eine Kürzung der Miete.

Eindringende Feuchtigkeit scheint nicht das Problem zu sein. Wenn Feuchtigkeit von außen durch die Wand eindringt, dann gibt es auch Wachstum von Schimmelpilz im Sommerhalbjahr. Tritt der Schimmelpilz nur in der Heizperiode auf, dann sind es die kalten Wände, an denen die Raumluft kondensiert.
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