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| Thema: Warmes Wetter = Hohe Luftfeuchtigkeit in der Wohnung? |
Seiten (1): [1] | |
10.06.2010, 14:55 | | Osnabrück Unregistriert
| Hallo,
habe schon ähnliche Themen durchgeschaut und wollte dennoch explizit auf meinen Fall eingehen.
In meiner jetztigen Souterrain-Wohung, die ca.55 m² groß ist, habe ich eine rel. Luftfeuchtigkeit von 72% bei einer Raumtemperatur von 21,7°C.
Da ich erst seit 8 Monaten in dieser Wohnung wohne, habe ich keine Erfahrungswerte vom letzten Sommer.
Da es draußen deutlich wärmer ist, steigt die rel. Luftfeuchtigkeit beim Lüften sofort auf ca. 75%. Daher lasse ich die Fenster jetzt tagsüber geschloßen und lüfte nur abends und morgens wenn es draußen kälter ist.
Ein Schimmelbefall liegt nicht vor. Ich hoffe, dass durch diese Werte kein optimaler Nährboden für Schimmelpilze geschaffen wird.
Im Winter sowie im Frühling hatten wir stets eine rel. Luftfeuchtigkeit von max. 55% (meist bei 40 - 45%) bei ca. 20 - 22°C.
Sollte ich mir jetzt Gedanken machen? Wenn ja, sollte ich evtl. einen Luftentfeuchter kaufen?
LG | | Beiträge: n/a | eMail | | | 10.06.2010, 19:37 | | Marie Unregistriert
| Hallo,
ich habe gerade gelesen, dass du ja das gleiche Problem hast, wie ich.
Scheint ja dann eventuell doch normal zu sein, dass die Luftfeuchtigkeit bei den Temperaturen so hoch ist.
Bei mir helfen geschlossene Fenster allerdings gar nicht! Aber ich werde gleich morgen mal KEIN Fenster kippen, wenn ich gelüftet habe.
Bin gespannt auf Antworten.
Lg
Marie | | Beiträge: n/a | eMail | | | 10.06.2010, 21:15 | | heimfried Besucher
Wohnort: Berlin Registriert: May 2010 | | Zitat von : | Hallo,
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Da es draußen deutlich wärmer ist, steigt die rel. Luftfeuchtigkeit beim Lüften sofort auf ca. 75%. Daher lasse ich die Fenster jetzt tagsüber geschloßen und lüfte nur abends und morgens wenn es draußen kälter ist.
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Das Lüftungsverhalten ist klug.
Die Situation ist möglicherweise nicht ungefährlich, gerade im Souterrain.
Zu den genannten Daten (21,7 °C und 72 % rel. F.) gehört ein Taupunkt von 16,4 °C. Wenn die Außenwände irgendwo auf der Innenseite eine Oberflächentemperatur von 16 °C haben, kondensiert dort die Luftfeuchtigkeit zu flüssigem Wasser. Bereits dort, wo die Wände 20 °C haben, beträgt die rel. Feuchte der Luft-Schicht unmittelbar vor der Wand 80 %, dort beginnt der schimmelkritische Wert.
Entfeuchten kostet nicht wenig Energie (Kondensationstrockner) ist aber sicherlich besser, als Schimmel in der Wohnung.
Wie gefährlich die Situation wirklich ist, läßt sich nicht einfach beurteilen und hängt u. a. auch von der "Vorgeschichte" der Wohnung der letzten Jahre ab: wie feucht sind die Wände ohnehin schon? | | Beiträge: 10 | Profil | eMail | Homepage | Dabei seit: 729 Tagen | | | 11.06.2010, 09:51 | | bikasso-SV Besucher
Wohnort: Burgthann Registriert: Feb 2010 | | Zitat von : | Hallo,
habe schon ähnliche Themen durchgeschaut und wollte dennoch explizit auf meinen Fall eingehen.
In meiner jetztigen Souterrain-Wohung, die ca.55 m² groß ist, habe ich eine rel. Luftfeuchtigkeit von 72% bei einer Raumtemperatur von 21,7°C.
Da ich erst seit 8 Monaten in dieser Wohnung wohne, habe ich keine Erfahrungswerte vom letzten Sommer.
Da es draußen deutlich wärmer ist, steigt die rel. Luftfeuchtigkeit beim Lüften sofort auf ca. 75%. Daher lasse ich die Fenster jetzt tagsüber geschloßen und lüfte nur abends und morgens wenn es draußen kälter ist.
Ein Schimmelbefall liegt nicht vor. Ich hoffe, dass durch diese Werte kein optimaler Nährboden für Schimmelpilze geschaffen wird.
Im Winter sowie im Frühling hatten wir stets eine rel. Luftfeuchtigkeit von max. 55% (meist bei 40 - 45%) bei ca. 20 - 22°C.
Sollte ich mir jetzt Gedanken machen? Wenn ja, sollte ich evtl. einen Luftentfeuchter kaufen?
LG
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Hallo,
ob die Wohnung diesbezüglich ein Problem haben könnte, lässt sich tatsächlich i. d. R. erst im Winter (und bei einem eingeschwungenem Gebäude) feststellen.
Lüften abends ist ok. ist aber (außer bei Kellerräumen) auch tagsüber kein Problem. Die von Dir bechriebenen Werte sind für die Jahreszeit und klimatischen Bedingungen unbedenklich und absolut normal.
Also - Keine Panik ;-)
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zuletzt von bikasso-SV am 11.06.2010, 10:30 Uhr
Gruß aus Nürnberg - Burgthann
------------>>> Werbefreie Zone <<<---------------- | | Beiträge: 87 | Profil | eMail | Homepage | Dabei seit: 832 Tagen | | | 11.06.2010, 12:40 | | Osnabrück Unregistriert
| Dankeschön für die Antworten.
Vorweg will ich sagen, dass dieses Forum eine sehr gute Idee ist, die vielen Leuten, unter Anderem auch mir, die Angst nimmt und sehr viel Hilfe bietet.
Ich werde mir auf jeden Fall die Wohnung und vor allem die Wände genaustens anschauen. Falls ich irgendwo eine feuchte Stelle finde, werde ich das hier ergänzen.
Ich glaube, dass viele Forumeinträge das gleiche Problem haben wie ich und sich diesbezüglich Sorgen machen.
LG | | Beiträge: n/a | eMail | | | 11.06.2010, 12:52 | | Osnabrück Unregistriert
| @ heimfried:
Als ich in die Wohnung im September eingezogen bin, habe ich mir schon Gedanken bezüglich einer Souterrain Wohnung gemacht. Ich habe mich beim Mieterverein vorweg informiert, ob es über diese Wohnung schon Beschwerden gab und habe anschließend die Feuchtigkeit und die Temperatur der Wände messen lassen. Die Feuchtigkeit der Wände direkt unter den Fenstern betrug ca. 30%. Ansonsten waren an den anderen Stellen überall Werte zwischen 15% und 25%. Mir wurde gesagt, dass diese Werte unbedenklich seien.
Ich habe nach dem Einzug alle Wände komplett neu tapezieren lassen (Wände + Decke) und habe anschließend Alles gestrichen.
Die Tapeten waren nach ca. 2 Tagen überall trocken.
Ich kann nirgends eine feuchte Stelle an den Wänden feststellen.
LG | | Beiträge: n/a | eMail | | | 11.06.2010, 16:35 | | heimfried Besucher
Wohnort: Berlin Registriert: May 2010 | | Zitat von : | Die Feuchtigkeit der Wände direkt unter den Fenstern betrug ca. 30%. Ansonsten waren an den anderen Stellen überall Werte zwischen 15% und 25%. Mir wurde gesagt, dass diese Werte unbedenklich seien.
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Fragt sich, was damit gemeint ist.
Materialfeuchte (und Wände bestehen doch aus Baumaterial) gibt man in der Regel in kg/kg an (früher und teilweise heute noch auch in m³/m³).
Ein Wert von 30 % würde bedeuten, dass 30 kg Wasser in 100 kg Wandmaterial enthalten wären. (Oder bei Volumen-% (bei einer Dichte von 1.800 kg/m³ (Ziegelstein, Mörtel) ca. 17 kg Wasser pro 100 kg Wandmaterial.) Das kann ich mir kaum vorstellen, das wäre eher die Richtung Tropfsteinhöhle.
Materialfeuchte ist aber ein eigenes Kapitel.
Wenn man verschiedene Baumaterialien so lange in ziemlich feuchter Luft (23 °C und 80 % rel. F.) lagert, bis sie keine Feuchte mehr aufnehmen, ist ihr Feuchtegehalt sehr unterschiedlich: Ziegel enthält etwa 0,7 % (0,7 kg Wasser pro 100 kg Ziegel) Feuchtigkeit, Porenbeton etwa 6 %, Holz etwa 16 %. | | Beiträge: 10 | Profil | eMail | Homepage | Dabei seit: 729 Tagen | | | 12.06.2010, 01:37 | | schimmel-ade Unregistriert
| Hallo Osnabrück,
jetzt bist du auf deine Anfrage hin mit allerlei Fachchinesisch bombardiert worden.
Es ist die Rede von Materialfeuchtigkeiten, von relativer Luftfeuchtigkeit und von irgendwelchen kg/kg Werten.
Für dich muss sich das alles ziemlich verwirrend anhören. Es sind halt Experten in ihrer Sprache, die hier schreiben. Aber was ist für dich wirklich wichtig?
Du bewohnst eine Souterrain-Wohung. Das heißt, viele Teile der Außenwände deiner Wohnung haben einen Kontakt zum Erdreich. Sie werden auch im Sommer nicht natürlich von der Sonne und den Außentemperaturen erwärmt. Die Außenwände deiner Wohnung sind also wesentlich kälter als die in vergleichbaren oberirdischen Wohnungen.
Auch wenn es sich gerade an heißen Tagen schön anfühlt, in eine kühle Wohnung zu kommen, so liegen gerade hier die Risiken.
Die stark erwärmte Sommerluft kann Unmengen an Wasser speichern, ohne dass sie sich "feucht" anfühlt.
Mal ein Vergleich: du nimmst im Sommer eine Bierflasche aus dem Kühlschrank. Diese Flasche wird an der Außenseite sofort beschlagen und Wassertropfen bilden. Wasist passiert?:
Die warme und wassereiche Sommerluft trifft auf die kalte Bierflasche. Dort kühlt sie so stark ab, dass sie ihre Feuchtigkeit nicht mehr behalten kann und das Wasser kondensiert auf dem Glas.
So ähnlich kann das auch auf den Wänden, die in der Erde stecken, und demzufolge noch kalt sind, passieren.
Hier ist es wirklich wichtig zu wissen, wie kalt / warm deine Außenwände sind. Sind sie zu kalt für die warme Außenluft, passiert das gleiche wie bei der besagten Bierflasche. Wasser kondensiert und bildet über kurz oder lang Schimmel.
Wie kannst du das messen?
Ganz einfach: In fast jedem Baumarkt gibt es einfache Infrarot-Thermometer. Diese messen die Oberflächentemperaturen berührungslos. Kosten ca. 30 Euro.
Mit so einem Thermometer gehst du deine Wände ab. Kritisch sind hier vor allem die Außenecken in den unteren Bereichen (am Boden). Merke dir die nirdrigste Temperatur, die angezeigt wird. Diese ist wichtig!
Jetzt brauchst du nur noch ein Thermometer, das dir neben der Luftfeuchtigkeit auch den Taupunkt anzeigt. Z.B. das TFA Comfort Control für ca. 20 Euro. Dieses stellst du nach draußen.
Wenn das besagte Außenthermometer einen Taupunkt unterhalb deines Messwertes für die kälteste Stelle in deiner Wohnung anzeigt, dann bitte ausgiebig Lüften, alle Fenster auf.
Liegt der angezeigte Taupunkt weit über dem kältesten Punkt deiner Wohnung, dann halte tagsüber die Fenster geschlossen und lüfte erst spät abends, wenn der Taupunkt außen wieder gesunken ist.
Mit diesem Lüftungsverhalten holst du dir immer tockenere Luft rein, als in deiner Kellerwohnung vorhanden ist. Schimmel hat dann keine Chance.
PS: Wenn es dein Budget zulässt, besorgst du dir gleich ein zweites TFA wie oben genannt und stellst es an einem zentralen Ort in der Wohnung auf. Mit diesem kannst du den Lüftungserfolgt genau kontrollieren. Der Taupunkt sollte dann sinken.
Viele Grüße
Schimmel-ade | | Beiträge: n/a | eMail | | | 12.06.2010, 12:29 | | Osnabrück Unregistriert
| Danke für die hilfreichen Tipps. Ich denke, dass ich mir demnächst die empfohlenen Geräte holen werde.
Zur Zeit ist es wieder richtig angenehm in der Wohnung. 22°C und eine rel. Feuchtigkeit von ca 60%.
Ich habe festgestellt, dass ich nicht noch einmal in eine Souterrain Wohnung einziehen werde. 
LG | | Beiträge: n/a | eMail | | | 13.06.2010, 18:11 | | aerocamera Besucher
Wohnort: München Registriert: Apr 2010 | Hallo Osnabrück,
ich habe in meiner Studienzeit in einer Souterrain-Wohnung (Sommer und Winter) gewohnt, habe keinen Schimmelpilz und auch kein digitales Hygrometer gehabt. Von Schimmelpilz habe ich damals nichts gewusst und deshalb auch keine Vorsorge getrieben.
Wenn Souterrain-Wohnungen als Wohnräume (nicht nur als Partyräume) genutzt werden, müssen die Kellerwände gedämmt sein. Dies kann man entweder durch Abklopfen feststellen (Innenwanddämmung) oder mit der Hand die Oberflächentemperatur fühlen (möglichst an der Sockelleiste). Fühlt sie sich kalt an, dann fehlt u.U. die Innen- und Außenwanddämmung, die bei Neubauten häufig vorhanden ist.
Ist die Kellerwand ordentlich gedämmt, dann kann die Wohnung wie andere Geschosswohnungen genutzt werden.
Fehlt jedoch die zusätzliche Dämmung, dann muss darauf geachtet werden, dass sich warme, feuchte Außenluft nicht an den kühlen Kellerwänden abkühlt. D.h. es sollte nur noch dann gelügtet werden, wenn die Außenluft möglichst kühl und trocken ist (z.B. nachts).
Auf jeden Fall muss nach dem Duschen die eingebrachte Feuchtigkeit weggelüftet werden. Die Verteilung dieser Luft in andere Räume sollte vermieden werden.
Nachdem die Raumtemperatur und relative Luftfeuchtigkeit wieder im "grünen Bereich" liegt, ist das Problem wohl managebar. | | Beiträge: 94 | Profil | eMail | Homepage | Dabei seit: 750 Tagen | | Seiten (1): [1] |
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