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| Thema: Stachybotrys chartarum |
Seiten (1): [1] | |
09.08.2010, 16:50 | | pchrist Unregistriert
| Hallo,
ich versuche gerade die Wohnung meiner Oma zu renovieren; sie befindet sich in einem ca. 100 Jahre alten Haus.
In nahezu jedem Zimmer ist Schimmel, im Esszimmer - in einer Nische unterm Fenster - gravierend, etwa 0,5m².
Nun hatte ich einen Baubiologen da, der Feststoffproben genommen hat und auch Raumluftproben. Die Raumluft ist unauffällig was Sporen angeht, jedoch wurde an der einen Stelle im Esszimmer der Pilz Stachybotrys chartarum gefunde. Und das obwohl ich die Stelle auf Anraten des Experten vorher einige Male mit Alkohol behandelt habe.
Weiterhin meinte der Experte, dass der Estrich im Esszimmer einen erhöhten Feuchtigkeitswert aufweist - ca. 7-8% - gemessen mittels Oberflächenmessung, keine CM Messung.
Ich habe im Internet gelesen, dass der o.g. ein Feuchteindikator ist, jedoch müsste es sich dann um Innenfeuchte handeln, denn an dieser Wand führen keine Wasserleitungen vorbei ... ich weiß nicht, ob es aus dem Erdreich kommen kann - aber dann müssten ja auch andere Stellen auf gleicher Höhe befallen sein.
Es ist nur eine einzige Nische unterm Fenster, da war wohl angedacht einen Heizkörper ranzubauen, ist aber nie gemacht worden.
Ich muss dazu sagen, dass vor ca. 15 Jahren Fenster aus Kunststoff verbaut wurden und eine Ölheizung. Vorher waren alte Holzfenster drinnen und es wurde mit einem Holzofen geheizt.
Meine Großeltern haben meist die Fenster auf Kipp gehabt, aber nie wirklich Stoßgelüftet. Weiterhin war mein Opa ein ziemlicher Sparheimer und hat sich lieber mit 2 Wollpullis in die Bude gesetzt, als die Heizung aufzudrehen.
Ich weiß nun aber nicht, ob ich mich mit diesen Sachen zufrieden geben soll und einfach darauf vertrauen soll, dass alles gut wird, wenn
- der komplette Putz entfernt wird
- neuer Isolierputz (Maxitherm) aufgebracht wird
- und ich richtig lüfte
Der Feuchtigkeitsgehalt des Estrich macht mir auch zu schaffen. Eigentlich kann das ja nur aus dem Erdreich kommen?!
Die Wohnung war 2 Jahre unbewohnt, aber voll möbliert - an den Außenwänden waren zum Teil massive Holzmöbel gestanden. Auf dem Estrich ein Teppich verlegt.
Danke im Voraus.
Gruss,
P. Christ | | Beiträge: n/a | eMail | | | 10.08.2010, 09:25 | | SVMoeller Besucher
Wohnort: München Registriert: Jul 2010 | Das wiederholte Auftreten von Schimmelpilz liegt wahrscheinlich daran, dass die Ursache für den Feuchteschaden nicht behoben ist.
"Aufsteigende"" Mauerfeuchte und feuchte Bodenplatten / Estrichböden kommen in älteren Gebäuden recht häufig vor. Durch die Verdunstung des im Mauerwerk gebundenen Wassers an die Raumluft erhöht sich die relative Luftfeuchtigkeit. Wird die in die Raumluft eingetragene Feuchtigkeit nicht regelmäßig weggelüftet, dann "transportiert" die Raumluft den Wasserdampf an andere, trockene Stellen. Diese werden feucht und bieten u.U. gute Wachstumsvoraussetzungen für den Schimmelpilz.
Die Kombination feuchter Estrichboden und 2-jähriger Leerstand ist eine Möglichkeit der Ursachen für den Schimmelpilzbefall.
Zur Sanierung des Schimmelpilzschaden sollte umgehend die Beseitigung des Schimmelpilzbefalls durch ein Fachunternehmen beauftragt werden. Ist der Schimmelpilzbefall kleinflächig, kann die Beseitigung selbst vorgenommen werden. Hierzu eignet sich ein Schimmelpilzentferner mit Wasserstoffperoxyd, der auch Schimmelpilz-Sporen vernichtet (z.B. JatiProducts Schimmelpilzentferner aus der Apotheke). Der Stachybotrys ist toxisch und eine Schimmelpilzart mit hohem Potenzial der Gesundheitsgefährdung (http://www.schimmel-schimmelpilze.de/stachybotrys.html). Bitte Schutzmaske und Handschuhe tragen. Den Schimmelpilzbefall auf keinen Fall trocken behandeln - die Verteilung der Sporen im Wohnraum vermeiden.
Parallel zur Beseitigung des Schimmelpilzes sollte der Wohnraum mit Hilfe sog. Bautrockner getrocknet werden (inklusive den Estrichboden, wenn möglich ohne Bodenbelag). Dies kann zwischen 3 und 6 Wochen dauern. Nach Abschluss der Wohnraumtrocknung kann die Suche nach dem Leck in Wasser führenden Leitungen oder Stellen mit eindringender Feuchte von außen erfolgreich begonnen werden.
Der Putz muss nur dann entfernt werden, wenn er porös ist oder der Schimmelpilzbefall ein größeres Ausmaß hat.
Eine fehlende Innenwanddämmung ist nicht die Ursache für diesen Schimmelpilz-Schaden. Er entstand wahrscheinlich während des Leerstands und nicht durch Kondensation der Raumluft an kalten Stellen der Außenwände. Eine Dämmung auf der Innenseite der Außenwände schadet nicht, sofern die Dämmmaterialien geeignet und die Ausführung ordentlich gemacht ist.
Richtiges Lüften ist immer angesagt. Während des Betriebs der Bautrockner müssen die Fenster allerdings geschlossen bleiben.
Thomas Möller
www.schimmelpilz-gutachter.com | | Beiträge: 592 | Profil | eMail | Homepage | Dabei seit: 579 Tagen | | | 10.08.2010, 10:58 | | pchrist Unregistriert
| Hallo,
wie findet man diese Stellen finden, wo womöglich die Feuchtigkeit eintritt. Dieses Zimmer ist nicht unterkellert und etwa 70cm über Straßenniveau. Außen am Haus sind keine Leitungen angebracht. Es könnten dann höchstens irgendwelche Rohre im Erdreich sein - dann müsste man aber auf dem Grundstück der Nachbarn anfangen zu graben.
Danke & Gruss
P. Christ | | Beiträge: n/a | eMail | | | 10.08.2010, 14:17 | | SVMoeller Besucher
Wohnort: München Registriert: Jul 2010 | Für Messungen der Mauerfeuchtigkeit gibt es eine Reihe von Verfahren. Das einfachste ist ein kapazitives Materialfeuchtigkeitsmessgerät zur Messung der Feuchtigkeit bis zu 3 oder 4 cm Tiefe. Für Feuchtemessungen in größerer Wandtiefe kann nach der Bohrung von Löchern in der Wand eine Widerstandsmessung vorgenommen werde. Eine weitere Methode ist sog. CM-Messung (Karbid).
Diese Messungen führen Schimmelpilz-Sachverständige, Bausachverständige und Firmen durch, die sich auf Leckortung und Bautenschutz spezialisiert haben.
In Ihrem Fall kann die Feuchtigkeit aus den Mauern im Boden kommen. Oft sind es Probleme mit dem Regenwasser, das in eine verstopfte Sickergrube nicht mehr fließen kann. Eine andere Möglichkeit ist, dass die Drainage rund um das Haus nicht mehr funktioniert. Damit läuft das Regenwasser am Fundament nicht mehr richtig ab und dringt in das Mauerwerk ein.
Wenn das Gebäude in Hanglage gebaut wurde, kann es auch ein Grund- oder Hangwasserproblem sein.
Wenn die Wände von aufsteigender Feuchtigkeit betriffen sind, dann besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass auch die Bodenplatte oder der Estrich feucht wird.
Thomas Möller
www.schimmelpilz-gutachter.com | | Beiträge: 592 | Profil | eMail | Homepage | Dabei seit: 579 Tagen | | | 29.08.2010, 22:34 | | Dr. Christel Bluhm, Institut für Umwelt und Baubio Unregistriert
| Guten Abend!
Ich fürchte, Ihr Problem lässt sich ohne Ortsbegehung nicht lösen. Ich frage mich, warum der Baubiologe, der vor Ort war, Sie nicht hinischtlich der Ursachen und Gegenmaßnahmen beraten hat. Eine Behandlung mit Alkohol allein bringt nicht wirklich viel. Zunächst müssen die Feuchtigkeitsursachen gefunden und beseitigt werden.
Warum wurden Raumluftmessungen gemacht, wenn sichtbarer Schimmelpilzbefall vorhanden ist - oder habe ich das falsch verstanden?
Raumluftmessungen machen Sinn zur Kontrolle/Dokumentation des Sanierunsgerfolgs oder wenn kein Schimmelbefall erkennnbar ist. Da Schimmelpilze nicht immer kontinuierlich Sporen in die Raumluft abgeben und manche Schimmelsporen nicht oder nur schlecht flugfähig sind, ist die Interpretation von Raumluftmessungen nicht immer einfach. Außerdem gibt es keine verbindlichen Grenzwerte oder Richtwerte für eine gesundheitlich unbedenkliche Sporenbelastung der Raumluft, da jeder individuell empfindlich ist.
Weitere Informationen finden Se unter www.wiml.de
Freundliche Grüße
Dr. Ch. Bluhm | | Beiträge: n/a | eMail | | | 09.09.2010, 14:28 | | Ulm75 Besucher
Wohnort: Blaubeuren / Ulm Registriert: Nov 2008 | in bezug auf die feuchtigkeit im estrich habe ich noch eine frage:
ist der estrich gedämmt? evtl ist eine leckage in einer rohrleitung (anderer raum) vorhanden und die feuchtigkeit breitet sich in der dämmschicht aus?
weiter hat Dr. Ch. Bluhm es richtig gemeint, in diesem fall lässt sich das problem wohl leider nicht ohne ortsbegehung lösen!
was die luftkeimmessung angeht, finde ich es auch etwas komisch, da ein sichtbarer befall vorliegt, und dies eigentlich unnötig gewesen ist.
grüße aus ulm | | Beiträge: 76 | Profil | eMail | Dabei seit: 1189 Tagen | | Seiten (1): [1] |
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