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| Thema: Kalte Außenwand |
Seiten (1): [1] | |
28.01.2012, 19:14 | | Chris85 Unregistriert
| Hallo zusammen,
nach einem massiven Schimmelproblem an einer Wand (hinter einem Schrank) wurde die Wand von Außen neu abgedichtet (Fugen waren wohl nicht mehr in Ordnung und wurden ersetzt) und von innen nur noch mit Silikatfarbe gestrichen. Das Zimmer wurde umgeräumt, sodass die Wand nicht mehr ganz so vollgestellt ist (jetzt nur noch Sofa mit 15 cm Abstand). Es handelt sich um eine Außenwand ohne Fenster und ohne Heizung.
Das Problem ist, dass die Wand jetzt im nächsten Winter meiner Meinung nach noch immer nicht ganz in Ordnung ist. Es ist immer mal wieder aufgetreten, dass die Wand leicht feucht ist. Der Vermieter schiebt dieses immer wieder auf ein fehlerhaftes Lüft und Heizverhalten (Mein Verhalten bisher: 3x am Tag Stoß- und Querlüften, Nachts und bei längerer Abwesenheit 18 °C, sonst 20-21 °C; Mein Hygrometer zeigt meist eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 50 % an). Er meint, dass der Raum permanent (egal ob bei An- oder Abwesenheit, ob bei Tag oder Nach) auf mindesten 20 °C geheizt werden muss. Es wäre schließlich ein Albau, dessen Wände nicht isoliert sind. Das widerstrebt aber irgendwie meinem intuitiven Sachverstand und allem, was ist bisher in Heizratgebern gelesen habe. Kann ein Vermieter dieses verlangen oder anders gefragt, ist dieses tatsächlich so? Ich habe jahrelang in einem Altbau gewohnt und immer in der Nacht und bei Abwesenheit die Temperatur auf rund 17-18 °C gesenkt. Habe mich jetzt temporär auf das permanente Heizen auf 20 °C eingelassen. Trotz dieser Tatsache messe ich (mit einem Infrarot-Thermometer) an manchen Stellen der Wand (vor allem Hausecke) eine Temperatur von rund 10 °C. An anderen Stellen beträgt die Temperatur 14-15 °C. Gemessen wurde diese Temperatur bei etwas unter 0°C. Bei anderen Temperaturen sind die Wandtemperaturen natürlich etwas unterschiedlich. Das ist, wie ich herausgefunden habe bereits sehr nah am Taupunkt.
Eine Innenisolierung durch Kalzium-Silikat-Platten, wie von mir vorgeschlagen lehnt der Vermieter ab. Er kommt jetzt auf die Idee, an diese Wand noch eine weitere Heizung zu installieren, damit die Wand geheizt wird. Nur verliere ich hierdurch noch eine Wandfläche und halte es irgendwie für idiotisch ehr die Wand zu heizen als diese zu dämmen.
Also meine Fragen: Wie ist ein tatsächlich korrektes Heizverhalten und kann der Vermieter eine Änderung auf permanent mind. 20°C verlangen? Sind die derzeitigen Wandtemperaturen kritisch? Ist der Vorschlag des Vermieters eine weitere Heizung zu installieren sinnvoll (und sinnvoller als eine Isolierung mit Kalzium-Silikat-Platten)?
Danke euch schon für eure Antwort!
Viele Grüße
Christian | | Beiträge: n/a | eMail | | | 31.01.2012, 22:04 | | Dr. Christel Bluhm, Institut für Umwelt und Baubio Unregistriert
| Hallo Christian,
ohne Kenntnis der Situation vor Ort, kann man auch bei ausführlichen Schilderungen keine spezifische Beratung machen. Nach dem, was ich Ihrer Beschreibung entnehme, gibt es eine besonders kalte Raumecke. Hier dürfte sich zuerst Schimmelpilzbefall bilden. Es macht m. E. wenig Sinn, irgendwo eine zusätzliche Heizung anzubringen. Ob 2°C mehr Ramtemperatur die Wände wesentlich erwärmen, sodass Schimmelbefall vermieden wird, müsste man prüfen.
Sie sollten gemeinsam mit dem Vermieter einen Bausachverständigen beauftragen, um die Ursache festzustellen und Lösungsvorschläge zu machen. Aufgrund seiner/ihrer Messungen bzw. Berechnungen können dann gezielte und sinnvolle Maßnahmen ergriffen werden. Das ist sicher gut angelegtes Geld für Ihren Vermieter.
Freundliche Grüße
Dr. Christel Bluhm
Weitere Informationen: www.imwl.de | | Beiträge: n/a | eMail | | | 31.01.2012, 23:06 | | SVMoeller Besucher
Wohnort: München Registriert: Jul 2010 | Es ist völlig normal, dass Wohnräume mit unterschiedlichen Temperaturen beheizt werden können. Dies wird sogar von den Stadtwerklen in München empfohlen (http://www.swm.de/privatkunden/kundenservice/energieberatung/energiespar-tipps/heizen-lueften.html).
Wesentlich für das Funktionieren der unterschiedlichen Raumtempeaturen ist, dass die Türen zwischen Räumen mit unterschiedlichen Temperaturen geschlossen bleiben und diese einzeln ausreichend gelüftet werden. Damit wird vermieden, dass sich warme, feuchte Luft in den kalten Räumen abkühlt und dort die relative Luftfeuchtigkeit erhöht.
Häufiges Problem sind neue, dichte Fenster in Altbauten ohne zusätzliche Dämung der Außenwände. Diese Wohnungen können oft nicht mit nur 3 täglichen Stoßlüftungen schimmelfrei gehalten werden. Entweder wird wesentlich öfters gelüftet oder es werden Fensterfalzlüfter zur Verbesserung der Grundlüftungsrate in die Fenstersöcke eingebaut.
Oberflächentemperaturen von 10°C bei Außenlufttemperaturen von knapp unter 0°C sind für Altbauten bauzeittypisch. Zur Vermeidung von Schimmelpilz muss die relative Luftfeuchtigkeit unter 40% bleiben, bei Außentemperaturen unter - 5°C bis -10°C unter 35%. Dies sind die Werte, die sich bei den alten Fenstern ohne Dichtungslippen einstellen (früher gab es nämlich keine Schimelpilz-Schäden trotz mäßiger Lüftung).
Das Beheizen der Wohnräume mit höherer Temperatur allein bringt keine Vorteile. Kritisch ist das Einhalten entsprechend niedriger Werte für die relatíve Luftfeuchtigkeit.
Thomas Möller - Sachverständiger für Schimmelpilz (TÜV zert.)
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