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| Thema: Thermographie |
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14.06.2004, 22:27 | |
Spinne Besucher
Wohnort: Registriert: Jul 2004 | Hallo, wir haben an verschiedenen Stellen in der Wohnung Schimmel,außerdem sind die Fenster im Winter von innen ständig nass, das Haus ist 1987 erbaut worden.Jetzt war ein Gutachter da, der meinte, es müsste eine Thermographie und eine Luftfeuchtigkeitsmessung vorgenommen werden. Das wäre aber nur in den Wintermonaten durchführbar: Stimmt das ? Ehrlich gesagt, will ich nicht noch monatelang abwarten, bis etwas passiert.
Gruß Fridolin ! |
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16.06.2004, 00:15 | |
J.Zink Schimmel-Beratung, Kiel Besucher
Wohnort: Registriert: Jul 2004 |
Nun, liebe Spinne Fridolin, an der Neubaufeuchte von 1987 liegt es zweifelsfrei nicht mehr. Thermografie dient dazu, mangelhafte Bereiche der Gebäudehülle (die Wärmebrücken) sichtbar zu machen. Das geht wirklich nur im Winter, wenn es draußen kalt ist. In der Regel (Situation hier kenne ich nicht)ist es nicht erforderlich, da ein Baufachmann die Konstruktion kennt und ein Schadenbild auch ohne dieses teure Hilfsmittel erklärbar ist.
Sorry, aber eine Feuchtigkeitsmessung ist auch erst im Winter möglich, da müssen Sie sich noch gedulden. Das Schaden bringende Raumklima im Winter und der Wärmeabfluss im Winter durch die danach benannten Wärmebrücken kann eben nur im Winter festgestellt werden.
Doch ist es eine einfache Überlegung, woher das Wasser auf den Scheiben kommen kann. Entweder es ist der Schlagregen oder Neubaufeuchte oder Kellerfeuchte. Weitere Quellen sind Duschen, Kochen, Wäschetrocknen, Pflanzen, Aquarien und und und... Was schätzen Sie, wieviel unsichtbaren Wasserdampf ein Durchschnittshaushalt (3-4 Pers.) täglich freisetzt?
Im Ernst, antworten Sie nach Gefühl: Verdunsten täglich 2 Liter, 5 Liter, 10 Liter oder 20 Liter in einer Wohnung? In einer Woche ist es das 7-fache. Ich meine wirklich, Sie sollten die Schätzfrage beantworten.
Nasse Scheiben können dann zwei Ursachen haben: Entweder Sie haben noch Einfachglas (1987 eigentlich nicht mehr zulässig) oder es wurden dichte Fenster eingebaut. Letztes war eigentlich Pflicht, so dass die oben genannte Wohnfeuchte nur durch aktive Belüftung abgeführt werden kann. Sie können das selbst testen, wenn Sie ein Hygrometer zu Hilfe nehmen. Natürlich erst wieder im Winter.
Vorerst freuen Sie sich mit offenen Fenstern bei warmer Sommerluft, denn der Schimmel hat (außer im Keller) zurzeit schlechte Wachstumsbedingungen. Keinesfalls sollten Sie tatenlos abwarten, bis in Sachen Sanierung etwas passiert!! Denn der Schimmel sollte natürlich schon VOR dem nächsten Winter beseitigt werden.
Über Feuchteursachen und Schimmelbeseitigung können Sie auf den hier immer wieder genannten Internetseiten alles Wissenswerte nachlesen. Und fragen Sie gern nach, was noch erläutert werden muss - die Lösung auf die Wasserdampf-Frage geben wir dann auch bekannt.
Grüße von J. Zink
HomePage www.niemehrschimmel.de |
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18.06.2004, 09:57 | |
Klaus-Peter Stieler Besucher
Wohnort: Registriert: Jul 2004 | Wenn Sie nicht bis zum Winter warten wollen,
um die Ursachen Ihres Schimmelpilzbefalls zu ergründen, empfehle ich Ihnen eine Blower-Door-Messung.
Nach meinen Erkenntnissen liegen die Hauptursachen für Schimmelpilzbefall in einer nicht ausreichend luftdichten Gebäudehülle. Dies ist Jahreszeitunabhängig mittels o.g. Messverfahren feststellbar.
MfG
Klaus-Peter Stieler |
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18.06.2004, 10:21 | |
Johannes Zink Besucher
Wohnort: Registriert: Jul 2004 |
Nicht nachvollziehbar für mich, würden Sie das bitte kurz erläutern? |
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18.06.2004, 20:43 | |
Klaus-Peter Stieler Besucher
Wohnort: Registriert: Jul 2004 | Sehr geehrter Herr Zink,
durch meine über 20 jährige Tätigkeit als Verarbeiter (Stuck/Putz Trocken- und Akustikbau) kann auch ich ein Lied vom Baufehler singen. Von der Neugier getrieben, stets den tatsächlichen Feuchteursachen auf den Grund zu gehen, landete ich 1998 bei Problemen der Luftdichtheit von Gebäudehüllen und später dann zwangsläufig bei Blower-Door-Messungen.
Aus meiner Sicht werden die durch Konvektion in Baukonstruktionen eingebrachten Feuchtemengen auch heute noch sowohl von Planern, als auch von bauausführenden Unternehmen, Bauüberwachern und Bauherren beträchtlich unterschätzt.
Sie übertreffen Feuchtemengen aus Wasserdampfdiffusion um ein Vielfaches.
Die auf der Grundlage der DIN EN 13829 durchgeführten Blower-Door-Messungen und die Bewertung der Messergebnisse gem.DIN 4108-7 bzw. EnEV 2002 in Verbindung mit einer Leckagesuche ,z.B.mittels Thermoanomometrie (es muß ja nicht unbedingt Thermographie sein) lassen eine quantitative Aussage über den Grad der Luftdichtheit der Gebäudehülle ganzjährig zu.
Meine WEB-Seite dazu (nicht mehr top-aktuell):
www.anti-schimmelpilze.de
Kritik willkommen!
MfG
Klaus-Peter Stieler |
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20.06.2004, 02:19 | |
Dr. Christel Bluhm, IMWL GmbH, Velbert Besucher
Wohnort: 42555 Velbert Registriert: Jul 2004 | Hallo!
Eine Thermografie ist schon eine beindruckende Sache. Wir habe diese in vergangenen Winter interessehalber für unser Haus druchführen lassen (ohne bekannte Schimmelprobleme) und fanden das Ergebnis sehr anschaulich.
Aber: Wenn es bei Ihnen darum geht, die Ursachen für den Schimmel zu finden und diese zu beseitigen, sollte eigentlich auch eine Ortsbegehung ausreichend sein.
Und: falls Sie wissen möchten, ob Ihr Schimmelpilzbefall gesundheitsgefährdend ist, könnenen Sie auch Proben zru Untersuchung einschicken, z. B. an usner Institut. Weitere Infos: www.imwl.de.
Freundliche Grüße
Ch. Bluhm HomePage www.imwl.de |
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20.06.2004, 09:51 | |
Spinne Besucher
Wohnort: Registriert: Jul 2004 | Vielen Dank für ihre Antworten und Tipps.
Mir ist bekannt, das die Luftfeuchtigkeit sehr hoch sein kann, durch Personen, Pflanzen etc. Unsere Wohnung ist 110 m² groß, wir haben 10 Pflanzen, ein abgedecktes 1000 l Aquarium und ich lebe alleine hier, d.h. mein Mann ist nur 4-6 Tage im Monat zuhause. Gekocht wird auch nur an den Tagen, wo mein Mann zuhause ist, da ich an den anderen Tagen auf der Arbeit esse.Die Luftfeuchtigkeit beträgt zwischen 50 - 60 %.Das ist sicher nicht zu hoch.Mittlerweile haben die nachbarn unter uns auch Schimmel in der Wohnung, ich denke, das der Fehler wohl am Gebäude liegt.
Viele Grüße, Fridolin Spinne
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22.06.2004, 10:29 | |
Johannes Zink Besucher
Wohnort: Registriert: Jul 2004 |
Sehr geehrter Herr Stieler,
den eigentlichen Schadenfall von Fridolin Spinne können wir im Internet nicht lösen. Doch auf Konvektion deutet kein Anzeichen bisher. Vor allem wurde auch mit keinem Wort erwähnt, dass es verborgenen Schimmel in Bauteilen gäbe. Es geht offenbar nur um Oberflächenkondensat und darauf bezogen habe ich in Frage gestellt, was das denn mit undichter Bauweise zu tun haben könne.
Nun haben Sie in der Historie gekramt und ich werde den Rückblick gern noch etwas erweitern: Vor gut 5 Jahren haben Sie die Bedeutung der Luftdichtheit als Schadenursache entdeckt. Das entspricht genau meiner Erfahrung mit der öffentlichen Diskussion dieses Themas. Vor genau 15 Jahren habe ich es bei meinem Auslandsaufenthalt in der Schweiz entdeckt. Qualität hat dort Tradition, auch auf dem Bausektor. Zurück in Deutschland, stieß ich nur auf Unverständnis, insbesondere bei Architekten. Speziell in dieser Berufsgruppe wächst nach meiner Beobachtung diese Ablehnung sogar wieder an, nachdem in den vergangengen 10 Jahren (WSchV 94/95!)bei vielen die Neugier für Wärmebrüchen und Dichtheitsdetails geweckt wurde.
Natürlich haben Sie Recht, dass weit mehr Wasserschäden in Bauteilen auf Konvektion zurückzuführen sind, Diffusion spielt keine Rolle, wenn man nicht gerade eine Dampfsperre außen montiert hat. Auch Schimmel bildet sich dann in Bauteilen. So freue ich mich, dass heute doch manche engagierte Fachkollegen entschieden für hohe Bauqualität durch dichte Bauausführung eintreten!
Freundliche Grüße von der nasskalten Ostsee zu Sommeranfang
Johannes Zink
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