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| Thema: Schimmel im Keller |
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19.08.2004, 20:49 | | Kosmas Unregistriert
| Liebe Schimmelexperten,
Mein Haus ist 105 Jahre alt und hat einen bruchsteingemauerten Keller. Da bei ansteigendem Grundwasserspiegel bzw. Hochwasser im vorbeifließenden Bach ca. 1-2x/Jahr von unten oder seitlich Wasser in den Keller gedrückt wird, waren schon primär Abflußrinnen in den Kellerboden und ein Abflußrohr an deren gemeinsamem Ende eingebaut worden. Ich habe vor einigen Jahren, weil das bei Hochwasser nerudings auch Wasser aus dem Abflußrohr zurückkam, noch einen kleine Pumpenschacht mit Tauchpumpe eingebaut. An dem potentiellen Wassereintrag ist auch nichts zu ändern, deshalb kommt eine grundsätzliche Isolierung des Kellers nicht infrage, obwohl die Wände prinzipiell ziemlich trocken sind. Leider schimmelt es im Keller zunehmend viel. Vor 2 Jahren habe ich einen Lüftungsventilator eingebaut, der im Sommer nachts (Zeitschaltuhr) Luft absaugt, die durch die geöffneten Kellerfensterchen eindringen soll.
Frage 1: War das falsch - soll ich den Ventilator entfernen und ggf auch die Fenster geschlossen halten, d.h. keine Lüftung mehr?
Wir haben im Keller eine widersprüchliche thermische Situation:
I) In der rechten Hälfte des rechteckigen Grundrisses befindet sich mittig ein kleiner Heizungskeller mit (jetzt) einem Gasbrennwertkessel (bisher Öl) und einem 400 Liter Warmwasserspeicher; hier ist es immer trocken und warm. Links daneben (Wanddurchbruch) ist ein Raum, der zum Wäschetrocknen und als Lagerraum (Akten und Verbrauchsmaterial) benutzt wird. Rechts neben dem Heizkeller, im ehemaligen, gut isolierten Öltankraum, befindet sich jetzt ein Zimmer, das im Prinzip heizbar wäre, und in dem eine wertvolle Modellautosammlung untergebracht werden soll.-
II) Ganz anders die linke Kellerhälfte: Hier ist Kühle erwünscht; in einem Raum lagern Gemüse- und Obstvorräte (leider steht hier auch die Kühltruhe). In dem anderen Raum Kartoffelhürde und Weinlager sowie verschiedenes "Gerümpel", im Winter auch Dahlienknollen und einige frostempfindliche Pflanzen; hier ist auch der Wasserabfluß und die Entlüftungsöffnung mit dem Ventilator. - Mit Ausnahme des ehemaligen Tankraumes haben alle Kellerräume keine dicht schließenden Türen (oben und unten ca. 15cm Luft). Das ist auch nicht zu ändern, weil unter der Decke die (erst im 20 Jhdt. nachträglich eingebauten) Leitungen für Heizung, Wasser und Abwasser entlanglaufen.
III) Die Isolierung des Kellers zum Erdgeschoß hin ist im Hinblick auf winterliches Energiesparen nicht optimal: Ein Holztreppenhaus mit dünner Holztür.
Frage 2: Ich habe z.Zt. die Idee, im Keller eine Wärmepumpe zu installieren mit der Hoffnung, daß
a) im Sommer die Vorräte kühler bleiben, b) mit der Wärme das Brauchwasser erhitzt wird, so daß die Heizung gespart werden kann und c) daß die Wärmepumpe ebenso wie eine Klimaanlage austrocknend wirkt, was den Schimmel zurückdrängen soll.
Hat das einen Sinn?
Frage 3: Wenn meine o.g. Ideen nichts taugen, was soll ich tun? Eine Komplettreinigung des Kellers mit Essig oder Spiritus kann ich angesichts der Fülle des Inventars nicht schaffen.
Bin ziemlich ratlos und würde mich über eine Antwort sehr freuen!
Kosmas | | Beiträge: n/a | eMail | | | 24.08.2004, 17:01 | | KOBOTEC Ingenieurbüro, Paderborn Besucher
Wohnort: Paderborn Registriert: Jul 2004 | Salut Kosmas!
Die Idee mit dem Ventilator ist vollkommen in Ordnung. So wie Sie die Sachlage beschreiben, dürfte allerdings die Richtung der Luftführung genau falsch gewählt sein. Sie sollten den Ventilator die Aussenluft in den Keller drücken lassen und die Abluft über eine Rückschlagklappe abführen. Wenn die Kellerfenster stetig offen stehen, dringt auch dauerhaft feuchtwarme Außenluft in den kühlen Kellerbereich und der Vent ist für die Katz. Bei der Luftführung ist weiterhin zu beachten, in welcher Reihenfolge sie die von Ihnen weiter unten geschilderte Wärmeverteilung "durchläuft"!
Zu allen anderen Fragen kann ich leider nur einen Rat geben: Holen Sie sich kompetente Hilfe VOR ORT! Selbst die genaueste Beschreibung Ihrerseits ersetzt nicht den Ortstermin, bei dem man alle Faktoren "erschnüffeln" und berücksichtigen kann. Und die Berücksichtigung aller Faktoren ist für eine seriöse Beurteilung und Berechnung unumgänglich! Die Komplexität der Thematik macht eine Ferndiagnose und ein Aufzeigen von optimalen Lösungswegen auf Grund einer einfachen Beschreibung unmöglich.
Mit freundlichen Grüßen, Rainer Bold.
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KOBOTEC Paderborn
Ingenieurbüro für Raumklimaanalyse
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