| Willkommen auf Schimmelpilz Forum, Anonymous. Dein letzter Besuch war am 23.05.2012 um 09:00 Uhr. ( Letzter Beitrag ) |
Autor |
| Thema: Schimmelbefall an Fensterlaibung |
Seiten (1): [1] | |
06.10.2004, 20:41 | | hausmeisterthomas Besucher
Wohnort: Sachsen Registriert: Oct 2004 | Hallo an alle Experten und Leidensgenossen,
ich habe ein Problem mit speziell einem Raum in unserem Haus. Und zwar handelt es sich um die Küche; hier Schimmelpilz an Fensterlaibungen und einer Aussenwandecke.
Angaben zum Haus bzw. zum Raum:
- Altbau, gebaut ca. 1939, Aussenwand zweischalig?, keine Aussendämmung, Küche ca. 16m², 2 Fenster, 2 Aussenwände, 1 Heizkörper unter 1 der beiden Fenster
Ich hatte vor dem Einbau neuer Fenster in 2003 keinerlei Probleme. Nachdem die neuen Fenster drin waren und die Selbstlüftung durch die alten undichten (DDR-)Fenster nicht mehr gegeben war, trat das Problem erstmals im letzten Winter auf (der erste Winter mit den neuen Fenstern). Beide Laibungen wurden innen regelrecht schwarz - die eine Aussenwandecke ebenso; etwa jeweils 10cm breiter schwarzer Streifen in der Ecke dieser Wand. Die Laibungen waren letzten Winter noch nicht verputzt oder verkleidet.
Ich habe nun die Laibungen innen mit Gipskartonstreifen verkleidet und beschreibe nun mal den Aufbau der Laibung:
Sie ist mit Anschlag gemauert und hat innen zwei Ecken, also ähnlich nem Doppelfalz einer Tür oder Fensters. Heutzutage hat man ja kaum noch Anschlag, ich hoffe, es weiß jemand was damit anzufangen. Die Fenster wurden mit Kompridichtband an den Anschlag gesetzt und mit Silikon abgedichtet. Innen kommt dann der Montageschaum und meine 'Eckverkleidung' in der inneren Laibungsecke mit den Gipskartonstreifen. Diese habe ich mit paar Klecksen Ansetzbinder an die vorher gesäuberte Laibung angesetzt. Zwischen den Klecksen Ansetzbinder habe ich noch etwas gelbe Dämmwolle zusätzlich reingedrückt.
Die Laibung sieht jetzt schnucklig aus :-) und fühlt sich richtig 'warm' an.
Vorher war sie sehr kalt. Ich hoffe, das sich an den Laibungen nunmehr kein Kondenswasser mehr niederschlagen kann, da die warme, feuchte Raumluft ja nun nicht mehr auf ne kalte sondern auf eine warme Laibung trifft. Sehe ich das richtig? Also müssten doch jetzt höchstens die Fensterscheiben unten auf der Glasleiste 'unter Wasser stehen'? Ich befürchte jedoch, das nun die (immer noch kalte) Aussenwandecke noch mehr dran glauben muss. Weil das so ziemlich die einzige kalte Stelle in dem Raum ist.
Gelüftet wurde soviel ich weiß, jeden Morgen richtig kräftig auf Durchzug. Kann aber auch sein, das das nicht ausreichte, die Feuchte des ganzen Tages rauszubringen. Wenn man mittags und abends nochmal für paar Minuten stoßlüftet, könnte da die Raumluft ausreichend ausgetauscht sein? So dass man gar net soviel Luftfeuchte im Raum hat, der sich niederschlagen kann?
Wäre euch für Antworten sehr dankbar, da der Winter ja bald wiederkommt und ich hoffe, das meine Laibungen 'durchhalten' :-)
Servus
Hausmeister Thomas
P.S. Kann leider keine Angaben bzgl. der Luftfeuchte machen. Raumtemperatur ca. 23°C im Winter, ab und an Brodel durchs Kochen, leider keine gescheite Abzugshaube drin. Außer Kaffeemaschine und Wasserkocher keine weiteren Feuchtigkeitsquellen... | | Beiträge: 2 | Profil | eMail | Dabei seit: 2785 Tagen | | | 09.10.2004, 20:04 | | J. Zink Schimmel-Beratung, Kiel Besucher
Wohnort: Hamburg Registriert: Jul 2004 | Sehr geehrter Hausmeister Thomas!
Hört sich gut an, was Sie da beschreiben. In letzter Konsequenz lässt es sich aber nicht beurteilen, erstens eignen sich dazu Zeichnungen besser und zweitens ist der Eindruck vor Ort immer der beste. Also die Leibungsdämmung ist der richtige Weg!
Ob Ihre Dämmung ausreicht, ist schlecht zu beurteilen. Die Kleberpunkte sind immer noch Wärmebrücken. Auch die Luftdichtheit muss gewährleistet sein, sonst könnten Siee dahinter Pilze züchten. Besser geeignet sind künftig Dämmplatten, die Sie vollflächig ankleben und direkt tapezieren können. Dafür gibt es spezielle Schaumstoffprodukte oder, bei ausreichender Dicke, KAlziumsilikatplatten.
Nur keine Angst, als Folge Ihrer Leibungsdämmung ist die Außenecke nicht stärker gefährdet! Dort könnten Sie genauso verfahren - mit den oben beschriebenen Dämmplatten. Am wichtigsten ist das Raumklima, im Winter sollten 40-60% immer eingehalten, nie lange überschritten werden.
Mein Tipp: Besorgen Sie den Bewohnern ein Hygrometer. DAmit lässt sich das Wohnklima einfach beobachten und im Winter durch Lüften und heizen leicht regulieren. Weitere Hinweise dazu im Internet:
www.schimmel-beratung.de
Freundliche Grüße von J. Zink | | Beiträge: 31 | Profil | eMail | Homepage | Dabei seit: 2867 Tagen | | | 12.10.2004, 14:27 | | hausmeisterthomas Besucher
Wohnort: Sachsen Registriert: Oct 2004 | Sehr geehrter Herr Zink,
zunächst vielen Dank für Ihre Antwort und Ihre Tips. Ich gehe davon aus, das die Laibung luftdicht sein sollte. Die Gipskartonstreifen wurden grundiert, verspachtelt und tapeziert. Durch das Andrücken der GK-Streifen werden die Kleberpunkte, die ich sowieso recht eng setze, wahrscheinlich fast vollflächig breitgedrückt. Bei dem ersten Streifen den
man ansetzt, kann man ja noch "reinschauen". Beim zweiten Streifen vorndrauf, der dann die Ecke bildet, dann halt nicht mehr...
In Zukunft werde ich natürlich auch mal Ihren Vorschlag testen. Die Aussenwandecke betreffend: Wahrscheinlich wurde diese Wand früher mit irgendeiner alten (dicht machenden) Farbe gestrichen. Der Schimmel scheint nur auf dieser Farbschicht und der Tapete zu sitzen. Wenn ich die alte Farbschicht runterkriege und feststelle, das der Putz okay ist, sollte es eigentlich kein großes Problem werden.
Habe jedoch noch was in Erfahrung bringen können. Bei dieser Aussenwandecke geht draußen ein Fallrohr der Dachrinne entlang. Angeblich hat es einen kleinen Schaden. Muss ich erst anschauen. Das könnte natürlich dazu beitragen, das die Wand von aussen Nässe und Kälte kriegt. Im Winter wäre an der Stelle mal neben Eiszapfen und richtiger Eisklumpen gewesen. Kann das auch was negatives bewirkt haben?
Ein Hygrometer werde ich auf jeden Fall mal anschaffen. Kann ja auch in anderen Räumen mal was nützen.
Servus,
Hausmeister Thomas | | Beiträge: 2 | Profil | eMail | Dabei seit: 2785 Tagen | | | 12.10.2004, 19:15 | | J. Zink Schimmel-Beratung, Kiel Unregistriert
| Hallo Hausmeister Thomas,
kurz noch zu Ihrer Nachfrage: Eiszapfen sind keine Benachteiligung, ob es null Grad außenseitig ist in Form von Luft oder Eis, ist egal. Nur wenn das Tauwasser wo reinlaufen könnte wäre es ungünstig oder dann, wenn Eiszapfen das Anzeichen von Undichtheiten der Baukonstruktion sind. Doch hier ist es ja wohl die erkannte Undichtheit des Fallrohres.
Schöne Grüße von Johannes Zink | | Beiträge: n/a | eMail | | Seiten (1): [1] |
|