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| Thema: Kleine Schimmelecken |
Seiten (1): [1] | |
28.11.2011, 15:22 | | Paint Unregistriert
| Hallo,
jeden Winter das gleiche Problem. Ich wohne nun den dritten Winter in meiner Eigentumswohnung. Jeden Winter haben wir das gleiche Problem, in 3 Ecken (Außenwände) bildet sich Schimmel. Er ist nicht großflächig, nur ein paar cm pro Ecke entweder ganz unten bzw. bis zu einer Höhe von 50cm. Die Probleme sind in jedem Zimmer mit Außenwand (Schlafzimmer, Gästezimmer und Wohnzimmer). Die Wohnung ist in einem Mehrfamilenhaus im Dachgeschoß. Baujahr 1984. Angeblichen hatten die Vormieter, habe direkt mit ihnen gesprochen, nie Probleme mit Schimmel...
Die letzten Jahre, haben wir den Schimmel selber entfernt und mit Schimmelschutz besprüht und unser Lüftungsverhalten angepasst. Danach ist auch jeweils ein Jahr nichts mehr zu sehen. Leider fängt es aber auch dieses Jahr schon wieder an. Wir haben schon seit längerem mehrere Hygrometer im Einsatz, aber trotz Stoßlüftung und zusätzlicher Beheizung des Gästezimmers sind die ersten kleinen Punkte schon wieder zu sehen. Durch die Stoßlüftung geht die Luftfeuchtigkeit an guten Tagen auf ca. 40% runter, wenn wir von der Arbeit wieder kommen, ist sie aber meist wieder bei 55 bis 60%. Wir haben auch Luftentfeuchter in die betroffenen Ecken stehen.
Was kann ich noch tun? Muss ich einen Spezialisten kommen lassen? Welche Kosten kommen auf mich zu?
Viele Grüße
Paint | | Beiträge: n/a | eMail | | | 28.11.2011, 18:37 | | gelöschter Benutzer Unregistriert
| [Beitrag administrationsseitig gelöscht]
Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zuletzt von Gianni Facini am 28.11.2011, 18:57 Uhr | | Beiträge: n/a | eMail | | | 28.11.2011, 22:14 | | SVMoeller Besucher
Wohnort: München Registriert: Jul 2010 | Ein starker Anstieg der relativen Luftfeuchtigkeit nach dem Lüften und Abwesenheit deutet darauf hin, dass möglicherweise ein Feuchtigkeitsproblem im Mauerwerk vorhanden ist. Eine andere Ursache wäre, wenn die relative Luftfeuchtigkeit über einen längeren Zeitraum hohe Werte annahm. In diesem Fall verursacht die feuchte Luft, die Feuchtigkeit an die Wand abzugeben, bis sich eine hohe "Ausgleichsfeuchte" im Mauerwerk eingestellt hat.
Geht die relative Luftfeuchtigkeit nach dem Lüften nach unten, dann gibt die "feuchte" Wand Feuchtigkeit an die Raumluft ab. Die relative Luftfeuchtigkeit steigt in relativ kurzrer Zeit wieder an.
Zur besseren Einkreisung der Ursache für die Schimmelpilzbildung ist die Beschreibung der Stellen, die hiervon betroffen sind und der Zeitpunkt, wann das Problem auftrat. Diese Information ist wichtig zur Klärung, ob ein Feuchtigkeitseinbruch im Mauerwerk vorliegt oder nicht.
Die Information, ob die Fenster in den vergangenen Jahren erneuert wurden, ist ebenfalls wichtig zur Klärung der Ursache.
Inweit der Einsatz eines Spezialisten vor Ort notwendig ist, kann nach der Antwort auf diese Fragen beurteilt werden.
Thomas Möller - Sachverständiger für Schimmelpilz - TÜV zert.
http://www.schimmelpilz-gutachter.com | | Beiträge: 673 | Profil | eMail | Homepage | Dabei seit: 675 Tagen | | | 29.11.2011, 10:17 | | Paint Unregistriert
| Hallo,
vielen Dank für eure Antworten. Also dann versuche ich mal eure Fragen zu beantworten. Wir lassen die Heizungen in allen Räumen gleichmäßig laufen, so dass immer ca. 22 Grad in allen Räumen ist. Das Problem hat im ersten Winter angefangen, in dem ich in der Wohnung gewohnt habe. Die Wohnung hat ein innenliegendes Bad und dichte Holzfenster, sowie zwei neue Kunststoffdachfenster, die 2007 eingebaut worden sind. An den Fenstern bildet sich Kondenswasser, dort schimmelt es aber nicht. Die Schimmelstellen sind nur am Kniestock in den Ecken. Im Sommer haben wir keinerlei Probleme, es fäng immer zur Beginn der Heizperiode an. Das erste Auftreten, hatte vermutlich die Ursache in falschem Lüftungsverhalten, da ich bis dahin in einem Fachwerkhaus gewohnt habe, bei dem dichte Fenster und Kondenswasserbildung ein Fremdwort waren. Dort habe ich ein Mal am Tag gelüftet und das war ausreichend, die Lehmwände nehmen vermutlich auch viel besser die Feuchtigkeit auf. Somit musste ich mich erstmal daran gewöhnen, was es heißt richtig zu lüften. Der erste Befall ist nun 3 Jahre her. Wir haben ein Gästezimmer ohne Heizung,dieses Jahr haben wir einen Konvektor im Gästezimmer angeschlossen und heizen den kleinen Raum nun auch auf 22 Grad auf. Der Konvektor steht in der betroffenen Zimmerecke. Und nun ist mir vor ca. 1 Woche aufgefallen, dass es sowohl im Gästezimmer als auch im Schlaf und Wohnzimmer wieder anfängt. Es sind immer die gleichen Ecken. Pro Zimmer ein 1 cm großer Fleck, diesen habe ich dann sofort wieder mit Schimmelentferner behandelt, sodass jetzt nichts mehr zu sehen ist. Ich habe bisher immer Mellerud Schimmel Entferner verwendet und später dann Mellerud Schimmelschutz.
Ich hoffe ich konnte alle Fragen beantworten.
Viele Grüße
Paint | | Beiträge: n/a | eMail | | | 29.11.2011, 17:36 | | SVMoeller Besucher
Wohnort: München Registriert: Jul 2010 | Aufgrund dieser Informationen kann ein Feuchtigkeitsweinbruch in das Mauerwerk von außen (z.B. Wasserschaden) weitgehend ausgeschlossen werden.
Das Problem kann daran liegen, dass durch den Einbau von neuen, dichten Fenstern die Grundluftwechselrate stark reduziert wurde. Dies führt dazu, dass zum Weglüften der in die Raumluft eingetragenen Feuchtigkeit wesentlich öfters gelüftet werden muss, als bei den alten Fenstern. Anstatt der 2 - 3 täglichen Lüftungen können rechnerisch z.T. bis zu 8 Stoßlüftungen notwendig sein, um den Feuchteeintrag vollständig wegzulüften.
Die Gerichte gestehen dem Mieter eine Pflicht von bis zu 3 täglichen Stoßlüftungen zu. Kann eine Wohnung bei normaler Nutzung (d.h. es wird keine Wäsche in der Wohnung getrocknet und es gibt keine Überbelegung) mit 3 täglichen Stoßlüftungen nicht schimmelfrei gehalten werden, dann besteht in der Regel ein bauseitiger Mangel.
Aus diesem Grund schreibt die DIN 1946-6 (gültig ab 5/2009) vor, dass eine vom Nutzer unabhängige Grundlüftungsrate durch entsprechende technische Einrichtungen (z.B. Fensterfalzlüfter oder eine dezentrale Lüftungsanlage) sichergestellt ist.
Zur Vermeidung von Schimmelpilz ist es wichtig, dass die Räume beheizt werden. Bei Räumen, die nur zeitweise genutzt werden, muss die Temperatur während der Heizperiode deutlich über der Außentemperatur liegen. Sonst steigt die relative Luftfeuchtigkeit so weit an, dass sich Schimmelpilz bildet. In jedem Fall muss die Tür zu Räumen mit niedriger Raumtemperatur ständig geschlossen bleiben, sonst kühlt sich die warme, feuchte Raumluft aus den anderen Wohnräumen an den wesentlich kälteren Wänden ab und kondensiert.
Mit Schimmelpilzmitteln kann der Schimmelpilz beseitigt werden. Sie sind jedoch nicht geeignet, den Schimmelpilz zu vermeiden. Hierzu muss dafür gesorgt werden, dass keine Kondensation der Raumluft an kalten Stellen des Mauerwerks eintritt. Je kälter das Mauerwerk, desto niedriger muss die relative Luftfeuchtigkeit sein. Umso öfters muss gelüftet werden.
Ein weiterer Weg zur Vermeidung von Schimmelpilz ist das Anbringen einer innenseitigen Wärmdämmung an kritischen Stellen mit Schimmelpilzbildung.
Thomas Möller - Sachverständiger für Schimmelpilz (TÜV zert.)
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