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Schimmelpilz Forum - Schimmel nach ca. 2 Monaten in Altbau Baujahr ca. 1934

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Thema: Schimmel nach ca. 2 Monaten in Altbau Baujahr ca. 1934 Seiten (1): [1]
Gestern, 13:42
Schimmel nach ca. 2 Monaten in Altbau Baujahr ca. 1934Zitieren | Nach oben
Bender04535 ist Offline Bender04535
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Hallo Zusammen,

Wohnung befindet sich in Hochparterre und das Haus hat einen Rotklinker.

folgender Sachverhalt:
Akt 1
Wir haben im Sommer eine Wohnung besichtigt, die zu dem Zeitpunkt renoviert war und auch der Vormieter war schon ausgezogen. Die Wohnung war im Top-Zustand. Das Kinderzimmer war von innen mit Klimaplatten renoviert worden. Zu dem Zeitpunkt haben wir uns noch keine Gedanken gemacht. Wir haben die Wohnung genommen und sind im Oktober eingezogen und dann ging bald der Spaß los
Akt 2
Im November stellten wir nun fest, dass es im Schlafzimmer an der Außenwand angefangen hat zu Schimmeln. Wand wurde mit atmungsaktiver Dispersionsfarbe gestrichen. Es wurde nur eine Wand gestrichen. Möbel sind alle entsprechend über 10 cm von den Wänden ab. Wir haben stets Stoßgelüftet und geheizt. Hygrometer sind in fast allen Räumen. Werte sind zwischen 50% und Nachts 74%. Daraufhin haben wir die Vormieter ausfindig gemacht und die teilten uns mit, dass in der ganzen Wohnung schimmel war und das Kinderzimmer besonders schlimm betroffen war. Es wurde auch von denen ein Gutachter bestellt, der Wandoberflächentemperatur zwischen 11-13 Grad festgestellt hat. Wände waren nicht feucht zu diesem Zeitpunkt, wobei dazu zu sagen wäre, dass ein Kelleraum feucht ist und auf Kosten des Vermieters beheizt wird. Der Vermieter wollte das alles nicht sehen und hat es auf das Lüften/Heizen geschoben. Beide Parteien hatten sich wohl ziemlich in der Wolle und ich weiß nicht genau was da alles vorgefallen ist.
Wir haben unseren Vermieter in Kenntnis darüber gesetzt und eine Frist gesetzt. Er rief auch gleich an und war sehr freundlich und wollte das Schlafzimmer nun auch mit Klimaplatten dämmen. Nun dachte ich, damit wäre alles beseitigt. aber kommen wir zu Akt 3
Akt 3
Vor ca. 1 Woche habe ich nun auch Schimmel im Wohnzimmer entdeckt und in 2 Fensternischen. Alles Stellen, die scheinbar vorher auch schon geschimmelt haben, immer kurz über der Fußbodenleiste, wie auch im Schlafzimmer. Besonders im Wohnzimmer ist das merkwürdig, da wir dort noch bessere Werte haben, als im Schlafzimmer. Weiterhin habe ich auch Schimmel hinter der Küchenzeile (auch Außenwand) festgestellt und der ist schon älter (wurde auch von den Vormietern bestätigt). Vermieter hat zu den Vormietern nur gesagt, dass das normal ist und er das er bei sich zu Hause auch dort Schimmel hat. Jedenfalls ist dort unter der Spüle richtig schön flauschig und auch schwarz. Ich habe nun selber ein Gerät zum ermitteln der Wandtemperatur und habe auch Temperaturen zwischen 10-14 Grad gemessen. Wir haben bereits einen zweiten Brief an den Vermieter geschickt, bisher aber noch keine Reaktion.

Das Gutachten vom Vormieter haben wir im Original und für mich ist die Sachlage eigentlich klar, es kann nur an der Dämmung liegen. Den Taupunkt dauerhaft auf 10 Grad oder weniger so halten ist äußerst schwierig sofern man Berufstätig ist. Einfach ausziehen ist nich so einfach, da wir einen einen Auschluss der Kündigung für 4 Jahre haben, wenn er nichts macht wird man den Vertrag wohl brechen können, aber dies wird bestimmt ein längerer Vorgang.

Ich bitte nur kurz mal um ein paar Anmerkungen dazu.
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Gestern, 23:10
Re: Schimmel nach ca. 2 Monaten in Altbau Baujahr ca. 1934Zitieren | Nach oben
SVMoeller ist Offline SVMoeller
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Dieser Fall ist wohl mehr für einen Juristen gedacht.

Es sieht so aus, als sind in dem Altbau neue Fenster mit Dichtungslippen. Wenn ja, dann besteht der Verdacht, dass durch die dichten Fenster die Grundluftwechselrate zum Feuchteschutz (DIN 1946-6) nicht vorhanden ist. Es gibt wohl aich keine Lüftungsanlage oder Lüftungsventile in den Fensterstöchen.

Tritt nach dem Fenstertausch, vor allem wenn er innerhalb der letzten 10 Jahren stattfand, Schimmelpilz auf, dann ist eine unzureichende Dämmung der Außenwände und/oder unzureichende Grundluftwechselrate bei geschlossenen Fenstern zu vermuten.

Die Anbringung von Dämmplatten und die schnelle Entscheidung des Vermieters zu weiteren Dämmmaßnahmen zeigt, dass er diese Probleme kennt.

Die Wohnung wurde mit verdeckten Mängeln vermietet. Dies kann bereits als Grund zur außerordentlichen Kündigung des Mietvertrages aus wichtigem Grund ausreichen, wenn der Vermieter nicht unverzüglich die Mängel (komplett) beseitigt. Mieter haben das Recht zur Minderung der Miete ab Kenntnisnahme des Vermieters über den Mangel.

Im Streitfall muss der Vermieter zunächst beweisen, dass kein bauseitiger Mangel besteht, der zur Bildung von Schimmelpilz führen kann. Da bereits ein Gutachten mit einer Liste von Mängeln besteht, wird es ihm schwer fallen, diesen Beweis erfolgreich zu erbringen.

Ich empfehle Ihnen einen Rechtsanwalt oder Mieterverein vor weiteren juristischen Maßnahmen zu konsultieren, damit Sie keine Formfehler begehen, die Sie teuer zu Stehen kommen können.

Thomas Möller - Sachverständiger für Schimmelpilz (TÜV zert.)
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22.12.2011, 09:25
Re: Schimmel nach ca. 2 Monaten in Altbau Baujahr ca. 1934Zitieren | Nach oben
Bender04535 ist Offline Bender04535
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Hallo,

danke für die ausführliche Antwort. In fast jedem Fenster (von Rekord) gibt es oberhalb Lüftungssschlitze die man selber öffnen und schließen kann in Form einer Schiene. Da ich sowas bisher nicht hatte, so war mir nicht klar welchen Zweck diese erfüllen. Im Mietvertrag stand aber auch nichts darüber und ich wurde auch nicht darüber informiert, wozu diese Schlitze sind. Es ist sinnvoll diese zu öffnen oder wäre Stoßlüften 2mal am Tag nicht viel sinnvoller? Wir haben ja an sich auch gute Werte so um die 51-58 % in der Wohnung. Wir haben nur erhöhte Werte im Schlafzimmer morgens oder wenn Wäsche trocknet. Leider gibt es keine Möglichkeit die Wäsche woanders zu trocknen.

Vielen Dank!

Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zuletzt von Bender04535 am 22.12.2011, 09:29 Uhr
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22.12.2011, 12:16
Re: Schimmel nach ca. 2 Monaten in Altbau Baujahr ca. 1934Zitieren | Nach oben
SVMoeller ist Offline SVMoeller
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Die Schiene dient der Herstellung einer Grundlüftung für den Feuchteschutz. Damit wurde zumindest in Richtung DIN 1946-6 (Mindestlüftung für den Feuchteschutz) gearbeitet. Die Zuluftöffnung sollte offen sein.

Bei erhöhten Feuchteeintrag muss entsprechend oft gelüftet werden. dies gilt aif jeden Fall für das Trocknen von Wäsche in der Wohnung.

2-maliges Stoßlüftung wird nach der Rechtsprechung als nicht ausreichend betrachtet (ohne Trocknung der Wäsche in der Wohnung).

Wenn Sie nach den Werten für die relative Luftfeuchtigkeit lüften, dann sollte der Wert unter 50% liegen, sobald die Außenlufttemperatur +5°C unterschreitet. Bei Altbauten ohne zusätzliche Dämmung sind zur Vermeidung von Schimmelpilz noch niedrigere Werte empfohlen, z.B. unter 40% bei Temperaturen unter 0°C, unter 35% unter -5°C.

Thomas Möller - Sachverständiger für Schimmelpilz (TÜV zert.)
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27.12.2011, 09:24
Re: Schimmel nach ca. 2 Monaten in Altbau Baujahr ca. 1934Zitieren | Nach oben
Bender04535 ist Offline Bender04535
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Wohnort: Hamburg
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Gut er hätte mich aber darüber informieren müssen und ob das alleine ausreicht, da wäre ich mir nicht so sicher, besonders nach der schnellen Entwicklung. Da wir keinen Trockenkeller oder Trockenboden haben, so ist es auch nicht möglich die Wäsche woanders zu trocken und da wir beide Berufstätig sind können wir auch nur vor der Arbeit oder Abends lüften, ansonsten müssten wir jemanden dafür dann einstellen.

An einer anderen Wand im Schlafzimmer, die genau an die Schimmelwand angrenzt habe ich auch etwas merkwürdiges nun festgestellt. Hier wurde ein Teil der Tapete ausgeschnitten und erneuert. Jetzt beginnt sich die Tapete aufzulösen bzw. es ist das irgendwie "Matschig" weiß nicht genau wie ich das beschreiben soll. An einer Stelle am Fenster sieht es sogar nach Salz oder so aus.

Mein Frage hier wäre jetzt, sollte es so sein, dass der Vermieter überall Klimaplatten anbringen lässt, muss ich mir dann noch sorgen machen, dass es dahinter irgendwie weiterwachsen kann, sofern auch der Schimmel nicht 100% beseitigt wurde oder eine andere Ursache als die Wandoberflächentemperatur vorliegt? Mir macht hier meine Gesundheit mittlerweile ein wenig Angst.

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zuletzt von Bender04535 am 27.12.2011, 09:43 Uhr
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27.12.2011, 11:12
Re: Schimmel nach ca. 2 Monaten in Altbau Baujahr ca. 1934Zitieren | Nach oben
SVMoeller ist Offline SVMoeller
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Wenn die Fenster Außenluftdurchlässe, z.B. in der Form von Lüftungsschlitzen, haben und damit die Mindestluftwechselrate zur Vermeidung von Feuchteschäden (nach DIN 1946-6) vorhanden sind, dann wird es dem Vermieter wahrscheinlich den Nachweis gelingen, nachdem die Wohnung keine bauseitigen Mängel hat.

Das Ergebnis wäre, dass die Ursache des Schimmelpilzbefall am Nutzverhalten liegt. Beim Trocknen der Wäsche in der Wohnung wird eine wesentlich größere Menge an Wasserdampf in die Raumluft freigesetzt, als sonst. Um diese Feuchtigkeitsmenge vollständig wegzulüften, muss in dem Zimmer, in dem die Trocknung stattfindet, sehr oft in kurzen Abständen gelüftet werden.

Die Erneuerung von Fenstern bedingt auch, dass die DIN 4108-2 (hygiernischer Wärmeschutz zur Vermeidung von Schimmelpilz) eingehalten werden muss. Kühlen die Außenwandecken und/oder Fensterlaibungen so stark ab, dass bei ausreichender Lüftung der Wohnung (mindestens 3-mal pro Tag ohne außerordentlichen Eintrag von Feuchtigkeit durch Trocknen der Wäsche) Schimmelpilz entsteht, kann davon ausgegangen werden, dass ein bauseitiger Mangel besteht.

Neben dem Setzen von Fristen hat der Mieter die Möglichkeit der Mietminderung und Selbstvornahme der notwendigen Maßnahmen zur Vermeidung von Schimmelpilz (nach vorheriger Rücksprache mit einem Anwalt oder Mieterverein) und Berechnung der Kosten an den Vermieter.

Thomas Möller - Sachverständiger für Schimmelpilz (TÜV zert.)
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18.01.2012, 08:55
Re: Schimmel nach ca. 2 Monaten in Altbau Baujahr ca. 1934Zitieren | Nach oben
Bender04535 ist Offline Bender04535
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Nun noch eine Ergänzung hierzu:

Der Vermieter weiß um die Problematik mit den Wärmebrücken und will jedenfalls Abhilfe schaffen. Es wird geplant weitere Heizungskörper im Haus zu installieren und sollen Heizungsrohre an der Sockelleiste angebracht werden. Das Schlafzimmer soll auch mit Klimaplatten ausgestattet werden. Eine Außendämmung soll nicht durchgeführt werden (was ich auch nicht forder). Zusätzlich sollen die Tapeten an der Außenwand abgenommen werden. Was in der Küche passieren soll ist noch unklar. Alles soll im Frühling gemacht werden, da die Heizungen natürlich jetzt noch nicht abgestellt werden können. Ich hoffe, dass dies vernünftige Lösungen sind, welche langfristig Abhilfe schaffen, da ich andernfalls ausziehen werde, was mir ebenfalls sogar trotz Kündigungssausschluss sofort angeboten wurde, da jederzeit ein neuer Mieter gefunden werden könnte. (meiner Meinung nach wird der aber nicht lange bleiben, wenn der erstmal die Fakten kennt)

Nun hat es auch in der Garage (welche direkt unter der Wohnung ist) angefangen zu schimmeln direkt neben dem Garagentor. Es sind dort gelbe Wasserflecken zu erkennen und auch ein Riss in der Mauer. Bei starken Regen ist auch zu erkennen wie ganz wenig Wasser dort an der Mauer ist. Für mich ist jetzt auch nicht auszuschließen, dass es noch andere Risse gibt und evtl. Feuchtigkeit auch im Mauerwerk vorhanden ist. Habe nun ein weiteres Schreiben losgeschickt und dies mittgeteilt.
Zusätzlich habe ich auch eine Raumluftmessung sowie Oberflächenprobe von Enviromed in der Wohnung vorgenommen, da ich leichte Asthmaähnliche Probleme habe und dies nie zuvor hatte.
Ich kann nur hoffen, dass im Frühjahr vernünftige Sanierungslösungen vorgenommen werden, andernfalls muss ich ausziehen.
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Schimmelpilz Forum - Schimmel nach ca. 2 Monaten in Altbau Baujahr ca. 1934

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