| Willkommen auf Schimmelpilz Forum, Anonymous. Dein letzter Besuch war am 22.05.2012 um 06:26 Uhr. ( Letzter Beitrag ) |
Autor |
| Thema: Nasse Fenster |
Seiten (1): [1] | |
12.08.2004, 21:22 | | Britta Besucher
Wohnort: Bonn Registriert: Aug 2004 | Hallo,
wir sind vor 2 Monaten mit 2 Personen in eine 100 qm Wohnung gezogen. Das Haus wurde 1995 erbaut.
Im Juli hatte ich jetzt 3x an kalten Morgen, das die Schlafzimmerfensterscheiben von innen richtig nass ( nicht feucht ) waren, obwohl ein fenster gekippt war. Unser Vermieter meinte, wir würden falsch lüften, die Fenster entsprächen der DIN-Norm. jetzt habe ich aber Angst, das das Problem mit den nassen Fenstern im Winter öfter auftritt.
Kann mir jemand sagen, wie es dazu kommt und was man dagegen machen kann ?
Vielen Dank, Britta Müller ! | | Beiträge: 4 | Profil | eMail | Dabei seit: 2839 Tagen | | | 16.08.2004, 18:58 | | J. Zink Schimmel-Beratung, Kiel Besucher
Wohnort: Hamburg Registriert: Jul 2004 | Hallo Britta,
in Deutschland ist es im Juli nicht so kalt, dass die Luftfeuchte an den Scheiben kondensieren würde. Das wäre nur der Fall bei hoher Dampfentwicklung in Küche oder Bad.
Wurde in Ihr Haus renoviert und viel Bauwasser eingebracht vor Ihrem Einzug? Wohl kaum bei noch nicht einmal zehn Jahren Baualter. So ist der Fall ohne weitere Untersuchungsmöglichkeiten kaum lösbar. Was Sie tun können: Beobachten Sie die Luftfeuchtigkeit in Ihrer Wohnung im Vergleich mit dem Außenklima.
Im Sommer ist es recht feucht, doch die Wände und Scheiben sind so warm, dass es nichts bedeutet. Außer im Keller, ist es evtl. eine Souterrainwohnung? Auf jeden Fall sind Sie vorgewarnt: Bei solchen Anzeichen sollte man ab Herbst sicher auf ausreichendes Heizen und Lüften der Wohnung achten.
Freundliche Grüße von
Johannes Zink
www.schimmel-beratung.de | | Beiträge: 31 | Profil | eMail | Homepage | Dabei seit: 2866 Tagen | | | 18.08.2004, 09:29 | | Britta Besucher
Wohnort: Bonn Registriert: Aug 2004 | Hallo Herr Johannes Zink,
als die Nässe auftrat, hatten wir eine Aussentemperatur von 4 - 6 Grad. Die Wohnung befindet sich im 1. Stock.
An dem Haus wurde vor unserm Einzug nichts gemacht, allerdings haben
die Leute unter uns dieselben Probleme, im Winter seien bei Minusgraden die Fenster in allen Räumen immer nass.
Das darf doch nicht sein ??? Da stimmt doch irgendetwas nicht mit dem Haus ??? in unserer alten Wohnung hatten wir das mal ab und zu z.b. im Bad nach dem Baden, aber da war die Scheibe beschlagen und nicht klatschnass.
Viele Grüße, Britta ! | | Beiträge: 4 | Profil | eMail | Dabei seit: 2839 Tagen | | | 25.08.2004, 17:33 | | Thomas Goller Unregistriert
| Hallo,
es scheint, daß evtl. minderwertige Fenster eingebaut wurden, welche über eine sehr niedrige Oberflächentemperatur verfügt so das sehr bald Tauwasser ausfällt. Wie sieht der Rest der Wohnung aus? Ist die ganze Scheibe "nass", oder nur der untere Rand im Bereich des Scheibenrandverbundes? Dies ist nämlich fast normal und kein Grund zur Panik. Desweiteren ist zu Fragen, wie sieht es mit den anderen Räumen aus?? Tritt hier ebenfalls das Problem mit den nassen Scheiben auf??
Es ist sehr schwer, eine Analyse aus der Entfernung zu treffen.
Wie hoch ist die Luftfeuchte in Ihren Räumen, viele Pflanzen, Durchschnittstemperatur usw.....
Vielleicht mehr Details, Gruß
Thomas Goller. | | Beiträge: n/a | eMail | | | 26.08.2004, 13:28 | | J. Zink Schimmel-Beratung, Kiel Besucher
Wohnort: Hamburg Registriert: Jul 2004 | Hallo, Frau Britta Müller,
die Idee des Vorredners (-schreibers) ist nicht schlecht, über die Qualität der Scheiben als Wärmeschutzglas sollten Sie sich informieren. Finden Sie einen Code auf dem silbernen Scheibenverbund im Glaszwischenraum?
Wärmeschutzglas ist jedoch heute Standard, schlechtere Qualität kaum mehr erhältlich (angeblich). Darin sehe ich nicht den Grund. Die Julikälte ist eine Erklärung, aber bei geöffnetem Fenster?? Kleine Räume, leicht schwitzende Menschen, viel Duschen, Kochen, Wäschetrocken wären weitere Erklärungen. Haben Sie dichte Gardinen oder Jalousien innen, vielleicht Vorhänge direkt vor die Scheiben gespannt? Alles nicht zutreffend?
Bleibt noch Baufeuchte. In einem fast zehnjährigen Haus auch schlecht zu erklären, außer evtl. im Souterrain. Im Zweifel müsste einmal die Feuchte der Wände messtechnisch überprüft werden. Doch sonst gibt es hoffentlich nirgends Schimmel, auch keinen Geruch? Ein bisschen Feuchte morgens am Fensterrand wäre völlig unproblematisch. Auf jeden Fall sollten Sie die Feuchte stets abwischen.
Bleibt die Vorsorge: Sie sind durch die nassen Scheiben vorgewarnt und können das Wohnklima positiv beeinflussen. Entscheidend ist ausreichendes Heizen und Lüften in Herbst und Winter, um weitere Schäden zu vermeiden. Kennen Sie die relative Feuchte in Ihrer Wohnung? Die ist in der kühlen Jahreszeit entscheidend, auch um Scheibenkondensat zu vermeiden. Achten Sie auf gesundes Wohnklima, über 60% hilft im Winter Lüften mit kalter Außenluft und es wird wieder trockener.
Informationen über ein Wohnklima-Hygrometer zur leichten Beobachtung und Regulierung des Raumklimas
gibt es bei www.schimmel-beratung.de
Johannes Zink, Dipl.-Ing.(FH) | | Beiträge: 31 | Profil | eMail | Homepage | Dabei seit: 2866 Tagen | | | 27.08.2004, 16:41 | | Britta Besucher
Wohnort: Bonn Registriert: Aug 2004 | Vielen Dank für ihre Antworten.
Also, die fenster sind 6 -8 cm hoch von unten beginnend nass, die Nässe zieht sich an den Seiten weiter hoch. Passiert an allen fenstern, habe 9 Pflanzen in der Wohnung, nur im Schlafzimmer ein Rollo, das innen angebracht ist, weil wie keine Rolladen haben, ansonsten nix an gardinen oder so. Wäsche wird nicht in der Wohnung getrocknet, in der Regel leben nur an 6 Tagen im monat 2 personen hier, nur an diesen tagen wird gekocht.
Die Temperatur beträgt 20 - 22 Grad, die luftfeuchtigkeit schwankt um die 60 %,
Erfahren habe ich jetzt von den Nachbarn, das der Vermieter vor 2 Jahren, als das Problem auftrat, z.T. ca. 10 cm lange Stücke der Fensterdichtung entfernt hat, außerdem hat er Löcher in die Dichtung gemacht. Weil die fenster angeblich zu dicht seien. Dadurch hat sich aber Schimmel in den Rahmen gebildet, die Abflußschlitze der Fenster waren nicht verschlossen, sodaß die Feuchtigkeit eigentlich hätte entweichen müssen.
In den fenstern steht : Interpane 06, 06.07.1994, 148 iplus neutral R
4-34703-5-73-122
Schimmel soll der vrmieter auch gehabt haben, in der Wohnung unter uns befindet sich bereits Schimmel, in den Außenecken, und an einer Stelle an der Decke.
Viele Grüße, Britta ! | | Beiträge: 4 | Profil | eMail | Dabei seit: 2839 Tagen | | | 28.08.2004, 16:26 | | André Nesselberger Unregistriert
| Hallo, wenn Fensterscheiben und Fensterrrahmen bereits bei einem nicht ausergewöhnlichen Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen mit Kondensat beschlagen, so kann dies nur bedeuten, das die Fensterrahmen (nicht die Scheiben !) hoch wärmeleitend sind. Die Ursache hierfür liegt dann darin begründet, das in den Fensterrahmen zur Stabilität Metallteile verarbeitet wurden und / oder das die Scheiben mit Metallkeilen verklotzt wurden. Dieser Mangel an den Fenstern bedeutet allerdings nicht, das die Fenster ansich nicht der geltenden DIN entsprechen.
Auch ein nach DIN erstelltes Haus kann mangelhaft sein, wenn es nicht den allgemein anerkannten Regeln der Technik entspricht !
Auf jeden Fall werden Sie in dieser Wohnung ein Schimmelpilzproblem an den Außenwandecken bekommen !
Also haben Sie nur 2 Möglichkeiten: Entweder Sie ziehen rechtzeitig aus oder Sie ergreifen die Eigeniniative und beugen durch geeignete Renovierungsmaßnahmen und kleine bauliche Veränderungen vor.
Was die Fenster betrifft, so können Sie nur eins tun: ständig trocken wischen.
mfg
André Nesselberger | | Beiträge: n/a | eMail | | | 08.09.2004, 19:33 | | J. Zink Schimmel-Beratung, Kiel Besucher
Wohnort: Hamburg Registriert: Jul 2004 | Hallo Frau Müller,
noch einmal zu Ihren nassen Fenstern. Wenn es gelegentlich im unteren Bereich feucht wird, insbesondere bei Außenkälte und hoher Feuchte innen, ist das "normal".
Doch hier fehlt uns noch der Zugang zur genauen Situation vor Ort. Alles scheint optimal: nur 60% feucht (trocken) innen, undichte Fenster, draußen nicht extrem kalt -
und dennoch beschlagen die Scheiben.
Sie bewohnen die Räume nur gelegentlich, habe ich verstanden. Diesen Einfluss kann ich momentan nicht bewerten. Die Fensterrahmen sind ja wohl "Standard", Holz oder Kunststoff mit üblichen Beschlägen, die auch sonst kein Kondensat provozieren.
Wer kennt dieses Phänomen nasser Scheiben, ohne dass der Grund erkennbar wäre?
J. Zink | | Beiträge: 31 | Profil | eMail | Homepage | Dabei seit: 2866 Tagen | | | 09.09.2004, 22:25 | | Britta Besucher
Wohnort: Bonn Registriert: Aug 2004 | Hallo,
ich bewohne die Wohnung permanent, mein mann ist höchstens 4 - 6 Tage im Monat zu Hause.
Nach Aussage unserer Nachbarin sind die Fenster in den Wintermonaten (in der regel Ende Oktober - Mitte April ) fast täglich 6 - 8 cm nass ( wie gesagt, nicht feucht sondern nass). Das Wasser tropft z.T. dann auf die Fensterbänke, weil sich soviel Nässe gebildet hat.
An wen könnte ich mich denn wenden , um die Ursache zu finden ? Mein Vermieter stellt sich stur.Ich selbst möchte diesen Zustand nicht hinnehmen, und eine Lösung finden.
Gelegentliche Feuchte würde ich ja noch akzeptieren, aber keine permanente Nässe.
Viele Grüße, Britta ! | | Beiträge: 4 | Profil | eMail | Dabei seit: 2839 Tagen | | | 15.09.2004, 21:41 | | J. Zink Schimmel-Beratung, Kiel Besucher
Wohnort: Hamburg Registriert: Jul 2004 | Liebe Britta,
die Frage könnte natürlich weiter verfolgt werden, nur habe ich momentan nicht die Zeit dazu. Interessant wäre, wie es in der Heizperiode weitergeht. Sie wohnen ja erst kurze Zeit da. Achten Sie bei einsetzender Heizperiode auf Ihr Raumklima (Lufttemperatur und relative Feuchte) und den Zusammenhang zu beschlagenen Fenstern.
Die Luftfeuchte sollte 60% nicht übersteigen, sonst hilft das wiederholt kurzzeitige Lüften mit ganz geöffneten Fenstern. So macht man es demnächst ja auch wieder, wenn die "Brühe" an den Autoscheiben runterläuft. Haen Sie schon ein Hygrometer? Auswahlkriterien finden Sie auf meiner Website
www.schimmel-beratung.de
Grüße von Johannes Zink | | Beiträge: 31 | Profil | eMail | Homepage | Dabei seit: 2866 Tagen | | | 29.09.2004, 20:21 | | Re: Nasse Fenster Unregistriert
| Hallo zusammen,
ich möchte hier eigene Erfahrungen weitergeben. Meine Frau und ich bewohnen eine 4-Zimmerwohnung mit 110 qm. Im ersten Winter haben wir aus sparsamkeit die Türen der Zimmer geschlossen um weniger Heizen zu müssen. Ein paar Tage später haben wir Wasser auf den Fensterbrettern gehabt. Obwohl die Heizkörper auf 2 eingestellt waren. Abhilfe hat hier nur Heizen und offene Türen gebracht. Mittlerweile haben wir 2 komplette Winter ohne feuchtigkeit hinter uns. Da ich hier nur den allgemeinen Hinweis auf Lüften gelesen habe, möchte ich noch kurz ein paar worte sagen: Gekippte Fenster lüften zwar auch, sind aber eher kontraproduktiv. Lieber die Fenster geschlossen halten und dafür 3-5 mal alles für 2-3 Minuten aufmachen.
MfG
Martin Dauer | | Beiträge: n/a | eMail | | | 04.10.2004, 15:33 | | Thomas Goller Unregistriert
| Hallo, also, das Fensterglas müßte einen Ug-Wert haben von 1,3 W/m²K. Ist durchschnittlich, jedoch für 1994 nicht schlecht. Desweiteren müßte der Uf-Wert der Rahmen ausfindig gemacht werden (Fensterhersteller, bzw. Systemgeber). Als nächsten Punkt gilt es, den Scheibenrandverbund (Typ mit psi-Wert) ausfindig zu machen. Aus den 3 Daten läßt sich schon mal der Uw-Wert ermitteln.
Wie ist die Einbaulage des Fensters? Mittig? Sprich, in welcher Ebene ist das Fenster eingebaut? Wie ist der Wandaufbau ? Lambda-Werte? Wandstärken etc...
Hieraus ist schon ersichtlich, daß eine Analyse per Internet ohne Begutachtung NICHT!!! möglich ist, kann wirklich nur eine Hilfe darstellen.
Wie ich es so sehe, es ist eine Sache eines Bausachverständigen, falls Sie diesen Schritt gehen wollen. Ist sicherlich erstmal mit Kosten verbunden (oder Rechtschutzversicherung??), jedoch ist Schimmelpilz ja auch gesundheitsschädlich und es sollte einem Wert sein.
Um diesen Streß sicherlich aus dem Weg zu gehen, hilft nur der Auszug, leider, da meistens die Vermieter die Ursache nicht beseitigen, sondern auf den nächsten Mieter warten.....!
Leider wohne ich zu weit weg, um mir ein Bild vor Ort machen zu können.
Jedoch dürfte es bei Ihnen in der Nähe wohl fähige Sachverständige geben, Anfrage bei IHK oder LVA. Gruß Thomas Goller. | | Beiträge: n/a | eMail | | | 09.10.2004, 19:43 | | J. Zink Schimmel-Beratung, Kiel Besucher
Wohnort: Hamburg Registriert: Jul 2004 | Hallo Britta,
die vielen U-Werte des sachverständigen Vorredners sollten Sie nicht verwirren. WIe ist das Raumklima jetzt im Herbst? Haben Sie ein Hygrometer angeschafft, um im Winter das Raumklima zu beobachten? Nach dem langen Austausch von Informationen sind in den nächsten Wochen Ihre Praxiserfahrungen wieder von Interesse.
Viele Grüße von J. Zink
www.schimmel-beratung.de | | Beiträge: 31 | Profil | eMail | Homepage | Dabei seit: 2866 Tagen | | Seiten (1): [1] |
|