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| Thema: Schimmel im Schlafzimmer |
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17.11.2004, 20:31 | | Tobias Dunst Besucher
Wohnort: Kißlegg Registriert: Nov 2004 | Seit fast drei Monaten bewohne ich mit meienr Freundin zusammen eine Wohnung in einem 12 - 13 Jahre alten Mehrfamilienhaus. Seit kurzer Zeit haben wir Schimmelpilze im Schlafzimmer, in den zwei oberen Ecken an der Frontseite (Außenwand) und an einer Ecke über dem Boden (auch Außenwand, grenzt aber an Innenwand).
Wir haben vor 4-6 Wochen von unserem Vermieter ein Luftfeuchtigkeitsmessgerät aufgestellt bekommen. Ohne unser Zutun haben wir kontinuierlich über 70 % rel. Luftfeuchte gehabt. Mittlerweile sind wir zwischen 50 % und 60 % (mechanische Luftentfeuchter aus dem Baumarkt mit stark wasserbindendem Granulat), doch wenn wir nicht da sind, steigt Tagsüber der Luftfeuchtigkeitsgrad an, so dass, wenn wirklich keiner von uns beiden in der Mittagspause Lüften kann, über 60 %, manchmal sogar über 70 % erreicht werden. Ist das normal? Zwar haben wir einige Pflanzen und vier Meerschweinchen, doch tribt das die Feuchte wirklich so in die Höhe?
Es ist auch durchaus normal, dass in Schlafzimmer und Küche morgens Kondenswasser an den Scheiben zu finden ist.
Wie gehen wir jetzt vor? Reicht zwei- bis dreimal Stoßlüften am Tag aus/muss es ausreichen? Oder kann es auch an den Fenstern liegen, dass die quasi zu dicht sind? Heizen tun wir ja auch den ganzen Tag über.
Wie weit muss die Feuchte runter, dass sich kein weiterer Schimmel bildet und der alte abstirbt?
Freuen uns über alle Rückmeldungen, Vielen Dank,
Tobi & Dani | | Beiträge: 3 | Profil | eMail | Dabei seit: 2745 Tagen | | | 20.11.2004, 22:06 | | J. Zink, Schimmel-Beratung Nord, Hamburg Unregistriert
| www.schimmel-beratung.de
Hallo Dani und Tobi,
Sie stellen Fragen, die vor Ort in einem ausführlichen Gespräch leicht zu beantworten wäre. Denn es kommt schließlich auf die Umsetzungspraxis und nicht die Theorie üblicher Empfehlungen in Schriftform an.
Zunächst: Ihre Beobachtungen sind "ganz normal", Ihr eigenes Zutun besteht zumindest im Kochen, Duschen, evtl. Wäschetrocknen etc. - daraus ergeben sich im Durchschnittshaushalt ca. 10 Liter Wasser pro Woche, die sich "in Luft auflösen". Bei Ihnen mag das nur die Hälfte sein, je nach Gewohnheiten aber auch deutlich mehr.
Können die Fenster "zu dicht" sein? Nein, die sind heute immer gleich dicht, zumindest bei richtigem Einbau. Es gewährleistet Ihnen Schallschutz (falls erforderlich) und spart erheblich Heizkosten ein. Die Folge: Wir müssen aktiv lüften, sofern keine Lüftungsanlage existiert (denken Sie an die 10 Liter Woche für Woche).
Drei Mal lüften - das halten Gerichte für ausreichend und gerade noch zumutbar. Doch: Es kommt immer auf die Wohnung und dortige Feuchteproduktion an. Den tatsächlichen Bedarf zeigt Ihr Hygrometer an. Es ist vorteilhaft, alle Räume tagsüber auf ca, 20 Grad beheizt zu haben, das muss genügen. In der Mittagspause lüften, das kann nciht verlangt werden. Wenn Sie es erreichen, dass während Ihrer Anwesenheit immer ausreichend gelüftet wird, sollte sich nach menschlichem Ermessen die Feuchte innerhalb einiger Wochen einpendeln auf 40-60%. Kurzzeitige Überschreitungen sind folgenlos.
In kalten Wetterperioden (Frosttage) sollte das besonders leicht fallen, weil die hereingelüftete Kaltluft extrem wenig Feuchte besitzt. Dann sollten Sie deutlich unter 50% kommen. Soviel dazu.
Trocknen die befallenen Stellen aus, weil die Luftfeuchte ausreichend gering ist (50-60% dürfen es immer sein), dann wächst Schimmel nicht weiter. Jedoch müssen Sie ihn stets beseitigen, auch abgestorbener Schimmel muss samt befallenem Material entfernt werden.
Mit freundlichem Gruß
Johannes Zink
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